Monat: November 2017

Sweet Dezember

Es wintert.
Schnee fällt und es ist kalt.
Der Winter ist da.
Menschen in warmen Mänteln mit Schals und Mützen
mühen sich ab durch die kalte Jahreszeit.

Es riecht nach Glühwein und Zimt.
Die Obdachlosen trinken heißen Kaffee.

Die Tage dauern kurz und Nächte werden von Frost beherrscht.
Zuhause in der Wärme ist es kuschelig und gemütlich.

Man schläft tiefer.

Ich muss an Weihnachten denken.
Das Fest der Liebe und Familie.

Das ist die kalte Jahreszeit.
Wintersonne bringt gute Laune und Wärme.
Fallender Schnee ist romantisch und die Kinder freuen sich.
Die Weihnachtslichter leuchten nachts fröhlich und feierlich.
Bald ist Sylvester und ein neues Jahr wird beginnen.

Es herrscht Dezember.

rosenwasser

Foto: ©lichtbildermacher

Reißfaden

Als ich dann aus dem Fenster sehe streift mein Blick flüchtig den Regen, der in wahrhaft kaskadenartigen Sturzbächen den Boden in einen Morast aus Schlamm und Blättern verwandelt, bevor er sich, wie üblich, auf die Aushänge an dem kleinen Kiosk auf der gegenüberliegenden Straßenseite fixiert, die Ich von hier aus zwar als interessantbunten Fleck sehen, aber nicht lesen kann. Es ist mir aber auch ziemlich egal, da ich ohnehin nur eine vorrübergehende Raststätte, eine bequeme Bank in der großen Wartehalle, zu der mein Leben geworden ist, ja, die es irgendwie schon immer war, suche.

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(R)Evolution

Die Jahre des Leidens…
Was bleibt, sind lange Schatten.
Die Jahre des Krieges…
Wir können nun froh sein, dass wir sie nicht hatten.
Menschliche Erfahrung hat viele Gesichter,
Die Jahre … vorüber. Es bleiben Geschichten
Und schlichtestenfalls bleibt als übrig bestehen,
Dass all diese Jahre letzendes vergehen.
Was gelernt..?
Uns überlassen.
Es klingt von entfernt..
Niemand will wirklich hassen.
Und was bleibt ist ein Denkmal aus Holz und aus Steinen.
Das Leid längst vergangen; kein Grund mehr zu weinen.
Die härtesten Prüfungen: Wir sie uns schufen.
Die Geister die bleiben … wer tat sie denn rufen?
Im Mosaik unseres Lebens ist jeder Mensch wichtig
Und all unser Streiten: Am Ende doch nichtig.
Seid süchtig im Leben nach Revolution,
denn die nächste wird kommen:
Die Liebesevolution

Steven Auth, 09.11.2017, 20:36, Berlin Wedding

Wie ein Baum sein

Ein Baum stellt seine Existenz nie in Frage.

Er weiß nur, dass er ist.

Er fühlt es, wenn die Sonne aufgeht;
sie ihre lebensspendenden Strahlen Wärme schenkend über Ihm ausgießt.
Er spürt es, wenn es Winter wird und die erste Kälte
seine wenigen vom Herbst verbliebenen Blätter zu kleinen Kunstwerken aus Kälte gefriert.

Nun sieht der Baum das alles und weiß dabei, dass er es nicht ändern kann.
Aber im Gegensatz zu uns bekümmert es den Baum nicht,
dass er manche Dinge eben nicht ändern kann.

Die Tage kommen und die Tage gehen
und manchmal sind es gute
und ab und an auch schlechte
Tage für unseren Baum.

Der Baum, wenn selbst zerschlagen vom ärgsten Frühjahrssturm,
wächst immer weiter und weiter.
Er kennt es nicht anders.
Er weiß nichts von Verharren oder Aufgeben,
denn davon hat ihm niemand jemals etwas erzählt.

Er wittert alles aus.
Denn noch eines weiß der Baum gewiss:

Nach jeder Nacht wird wieder ein Tag kommen
und nach jedem Regen neuer Sonnenschein.

© Steven Auth, 22.07.2015, 02:50, Berlin

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