
Die Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz in Kreuzberg ist die größte Bibliothek Berlins. In den 50er Jahren ausschließlich mit Spenden von amerikanischen Bürger*innen gebaut und mit tausenden von Büchern ausgestattet, sollte sie zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Geschenk an die Berliner Bevölkerung die demokratische Entwicklung fördern, durch die Ausleihe und das Lesen von Büchern.

Besonders war, dass sie als erste Bibliothek Deutschlands es ihren Leser*innen ermöglichte, selbständig an die Bücherregale gehen zu können. Man musste also nicht mehr am Schalter für die Buchausleihe erfragen, ob ein bestimmtes Buch überhaupt auszuleihen war – stattdessen ging man einfach selbst die langen Bücherregale entlang, um sich seinen »Lieblingsschmöker« selbst auszusuchen.


Die heutigen »Lieblingsschmöker« umfassen so einiges: Neben Romanen und Gedichtbänden gibt es auch Kinder- oder Kochbücher, Comics, Zeitschriften wie auch wissenschaftliche Literatur aus vielen Bereichen. Darüber hinaus bietet die Bibliothek ebenso CDs, DVDs, Langspielplatten oder auch Kunst zum Ausleihen.



Für je eine Stunde kann man auch die Räume für sich selbst reservieren, um zum Beispiel am Elektro-Klavier zu üben oder im Multimedia-Bereich eigene Videos oder Webseiten zu erstellen. Das Angebot ist groß und abwechslungsreich.
Um sich all diese Dinge ausleihen zu können, muss man sich lediglich einen Leseausweis ausstellen lassen. Er kostet 10 € im Jahr und kann auch genutzt werden, um sich in den über 30 anderen Bibliotheken der Stadt Bücher oder andere Medien zu borgen.
Und das Tolle ist: Wer neben seinem Personalausweis auch seinen Nachweis für Sozialhilfe bzw. Grundsicherung mitbringt, bekommt den Leseausweis kostenlos!
Wenn man durch die Bibliothek geht, ist man erstaunt, wie hell es überall ist – und wie still. Denn ab etwa 11 Uhr sind sämtliche der über 50 Arbeits- und Leseplätze belegt. Hier sitzen die Leute ganz vertieft über den Büchern, die vor ihnen liegen, sie recherchieren für eine Arbeit oder arbeiten an Referaten.
Was man als Besucher*in nicht sieht, ist das Lager der Bibliothek. Insgesamt gibt es in der Gedenkbibliothek über 1,5 Millionen Medien, die man ausleihen kann. Das sind mehr als doppelt so viele, wie in den Räumen gezeigt werden können. Darüber hinaus kann man mit dem Leseausweis auch ganz viele Dinge online ausleihen und zu Hause über seinen PC, das Tablet oder Handy nutzen. Dazu gehören viele internationale Zeitschriften, Filme, Dokumentationen oder Musik aller Stilrichtungen.
Verschiedene Veranstaltungen in der Gedenkbibliothek runden das Angebot ab: Es gibt Lesungen von Schriftsteller*innen, Wissenschaftliche Vorträge, Lese- und Schreibwerkstätten, Filmvorführungen, Angebote für Kinder und vieles mehr.

Fast alle Veranstaltungen sind kostenfrei – ein einfach ein fantastisches Angebot!
© Text & Fotos: Uwe Steenbock
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