
»Leinen los!« hieß es bei bestem Wetter mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen – achtzig Teilnehmende der VIA Perspektiven begaben sich als Kulturlotsen zur Brückenfahrt auf Landwehrkanal und Spree.
Bei der dreieinhalbstündigen Tour gab es viel zu sehen und zu entdecken. Und dank der fachkundigen Begleitung an Bord wurde man über die humorvolle Moderation und Stadtbilderklärung immer wieder auf Dinge und Orte hingewiesen, die einem sonst vielleicht verborgen geblieben wären.
So gab es unter anderem Hinweise zur Architektur der Oberbaumbrücke sowie zu vielen anderen Brücken, die wir unterquerten – die übrigens so niedrig sind, dass alle Mitfahrenden aufgefordert waren, unbedingt sitzen zu bleiben. Wer wusste zum Beispiel auch schon vorher, dass Berlin mehr Brücken hat als Venedig…

Spannend waren auch die Erläuterungen zum früheren Grenzverlauf, denn so manches Mal verlief bis 1989 die Grenze zum damaligen Ost-Berlin, also der DDR, mitten in der Spree. Wie gut, dass wir dieses Jahr am 8. und 9. November 35 Jahre Einheit feiern konnten – sonst wäre allein diese Fahrt gar nicht möglich gewesen.
Berlin vom Wasser aus zu betrachten ist einfach faszinierend – ob man nun durch Wohnviertel wie in Kreuzberg schippert – oder an bekannten Gebäuden vorbeikommt, wie zum Beispiel dem Technikmuseum in Kreuzberg, oder dem Zoologischen Garten und den vielen wissenschaftlichen Einrichtungen in Charlottenburg – es gibt immer etwas zu entdecken.
Auch beim Sitz unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, dem Schloss Bellevue, fuhren wir entlang. An der schwarz-rot-goldenen Flagge mit dem Bundesadler am Fahnenmast auf dem Dach ist zu erkennen, ob der Bundespräsident in Berlin ist – oder nicht. Wenn geflaggt ist, ist er da – fehlt die Beflaggung, ist er auf Reisen.

Weiter ging es an der »Schwangeren Auster«, dem Haus der Kulturen der Welt vorbei zum Regierungsviertel. Vom so genannten »Band des Bundes« mit dem Bundekanzleramt führte die Tour weiter am Hauptbahnhof vorbei zu weiteren Regierungs- und Parlamentsgebäuden und zum Reichstag.
Es ging dann weiter am Hauptstadtstudio der ARD entlang. Wir unterquerten die Brücke am Bahnhof Friedrichstraße mit seiner heutigen Gedenkstätte, dem »Tränenpalast«. Wir fuhren an der Museumsinsel entlang, am Berliner Dom und Nikolaiviertel vorbei, bis wir zur Mühlendammschleuse kamen.

Apropos Schleuse – wer hätte gedacht, dass es in einer so flachen Stadt wie Berlin Schleusen geben muss, in denen die Schiffe auf bis zu einem Meter unterschiedlich hohe Wasserstände angehoben bzw. gesenkt werden müssen, um die Stadt auf dem Wasser zu umrunden…
Nach dreieinhalb Stunden erreichten wir voller Eindrücke – und gut gestärkt durch die Bordverpflegung – wieder die Anlegestelle Jannowitzbrücke. Ein großes Dankeschön an die Reederei Stern und Kreis für die interessante Tour, die Lust auf mehr Touren im kommenden Jahr macht!
© Text: Uwe Steenbock
© Fotos: Adobe Stock
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