
Die Kulturlotsen waren zu Gast im Großen Sendesaal des rbb im »Haus des Rundfunks« in der Masurenallee. Wir besuchten ein Konzert mit klassischer Musik. Mit etwa 700 weiteren Gästen erlebten wir die Faszination der Tanzoper »Die Feenkönigin« des britischen Barockkomponisten Henry Purcell, basierend auf William Shakespeares »Sommernachtstraum«. Es spielte das Rundfunk Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Steffen Tast.

Sowohl die Musiker*innen als auch der Erzähler und Tänzer Andrew Greenwood bewegten sich frei zwischen Bühne und Publikum. Greenwood übernahm die Rolle von Puck, einem lustig-listigen Waldgeist. Das machte die Aufführung noch lebendiger und spannender. Das Publikum wurde mehrfach gebeten, sich mit der Musik mitzubewegen, was viele gerne und mit Begeisterung machten.

Visuell unterstützt wurde die Oper von sieben großen Stoff-Fahnen, die von Künstler*innen der Lebenshilfe Berlin gestaltet wurden. Wie in einer Bildergeschichte zeigten uns die Fahnen den Verlauf der Geschichte.
Die Geschichte der Oper »Die Feen-Königin« spielt in einem Zauberwald. Hier gibt es viele magische Wesen. Am Waldrand befindet sich die wirkliche Welt mit ihren Regeln und Gesetzen. Puck, der Waldgeist, lebt in beiden Welten. Er ist schlau und spielt gerne anderen Streiche, vor allem in der wirklichen Welt. Er neckt gerne verliebte Menschen oder machtgierige Herrscher.

Und er träumt – einen Zaubertraum von Liebe und Mut. Dabei fragt er sich immer, ob alle Regeln sinnvoll und richtig sind. Er fragt, was falsch und richtig sein könnte. Er zeigt uns, wie man selbstbestimmt handelt. Und er bringt uns dazu, zu fragen: Was ist Wirklichkeit? Was ist Traum? Wo befinden sich unsere Grenzen? Wo beginnt die Freiheit? Wie können wir unser Leben selbst bestimmen?
Er vermittelt, verbunden mit der Musik dieser Oper und dem wunderbaren Orchester, Freude, Vertrauen und Mut. Wie durch Mut, Freiheit, Veränderung, Vielfalt, Gemeinschaft und Freude viel Gutes entstehen kann. Und wie wir selbstbestimmt lernen können, unseren eigenen Weg zu gehen.

Die Aufführung endete mit einem riesigen Applaus für das gesamte Orchester und Andrew Greenwood. Und die Kulturlotsen freuen sich auf das kommende klassische Konzert, das im März nächsten Jahres stattfinden wird.
© Text: Uwe Steenbock
© Fotos: Robert Niemeyer
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