»Leinen los!«… denn schließlich wollten 80 Kulturlotsen Berlin einmal vom Wasser aus entdecken. Bei strahlendem Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und leichtem Wind starteten wir um 12.00 Uhr im Hafen Treptow, um zunächst die Spree entlang in Richtung Müggelsee zu schippern.

Neben vielen Neubauten mit sicherlich teuren Wohnungen, die in den letzten Jahren am Spreeufer entstanden sind, gab es auch insbesondere in Schöneweide vieles an Industriearchitektur zu entdecken. Zum Beispiel die ehemaligen Gebäude der AEG, die »Allgemeine-Electricitäts-Gesellschaft«, die von dem Architekten Peter Behrens geplant und gebaut wurden.

Bevor es in den Müggelsee ging, fuhren wir noch am Köpenicker Schloss vorbei, welches am Rande der Altstadt Köpenick auf der kleinen Schloss-Insel liegt und im kommenden Jahr Ziel eines Kulturlotsen-Termins sein wird.

Dann: Der Müggelsee – der größte See Berlins mit drei Kilometer Länge und bis zu zwei Kilometer Breite. Tief ist der See bis zu sechs Meter. Seit 2002 ist der Müggelsee übrigens Natur- und Vogelschutzgebiet. Das erklärt vielleicht auch, weshalb allerlei Raubvögel in der Luft und so viele Fischreiher an den Ufern zu sehen waren.

In unseren Blick kamen die Müggelberge, mit 115 Metern Höhe die höchste natürliche Erhebung in Berlin – ein herrliches Ausflugs- und Wandergebiet für alle, die gut zu Fuß sind und die Natur entdecken wollen. Unsere Fahrt führte weiter durch den Entenwall und den kleinen Müggelsee in Richtung Rahnsdorf nach und durch Klein-Venedig, einem ganz beschaulichen Abschnitt der Fahrt. Wenn man hier hindurchfährt, mag man kaum glauben, dass man sich immer noch in einer Großstadt befindet. Alles wirkt dörflich und ruhig… sehr friedlich.

Wir fuhren weiter in den Dämeritzsee bis zur Landesgrenze nach Brandenburg, die im See verläuft und erhaschten einen Blick auf Erkner. Über den Gosener Kanal ging es in mäßigem Tempo weiter in den Seddinsee, vorbei an Schmöckwitz hinein in den Langen See, mit Blicken auf das Strandbad Grünau und den Müggelseeturm.

Ursprünglich am 31. Dezember 1961 eröffnet, war der Turm einige Jahre wegen baulicher Mängel geschlossen.  Im Mai 2018 wurde der 30 Meter hohe Turm nach umfassender Sanierung wieder eröffnet, und wer 126 Treppenstufen hinaufsteigt, hat von oben einen fantastischen Panoramablick auf Berlin und auf Brandenburg. Sollte man danach erschöpft sein, kann man sich gerne im dazu gehörenden Restaurant stärken.

Die Kulturlotsen stärkten sich während der Tour an Bord des Schiffes – die Renner waren Würstchen mit Kartoffelsalat mit ein alkoholfreies Kaltgetränk sowie Kaffee und Kucken. Danke für den guten Service an Bord!

Auf der Rückfahrt ging es durch die Dahme nochmals an der Altstadt Köpenick entlang und die Müggelspree zurück bis an den Anleger am Treptower Hafen, wo wir nach gut fünf Stunden Fahrt wieder ankamen. Was für eine schöne Tour! Lassen wir uns überraschen, wohin wir im kommenden Jahr auf Schiffstour gehen.

Bis dahin ein freundliches »Ahoi!«

© Text & Fotos: Uwe Steenbock