Im Februar statteten wir der Redaktion der Tageszeitung »Tagesspiegel« einen Besuch ab. Unser Tourbegleiter Herr Blanke gab uns einen spannenden Einblick in die Arbeit der Zeitung, die es seit 80 Jahren in Berlin gibt.

Der »Tagesspiegel« wurde als eine der ersten Tageszeitungen nach Ende des zweiten Weltkrieges im September 1945 durch die damalige britische Besatzungsmacht zugelassen und konnte in Schöneberg, in der Potsdamer Straße ihre journalistische Arbeit aufnehmen. Hier befanden sich die Redaktionsräume und die Druckerei für viele Jahrzehnte.

Heute befindet sich die Redaktion am Anhalter Bahnhof. Die Zeitung selbst wird inzwischen in einer Druckerei in Potsdam gedruckt.

Herr Blanke schilderte uns, dass zurzeit 600 Mitarbeitende für den »Tagesspiegel« tätig sind, die in verschiedenen Ressorts arbeiten. Da wäre das Ressort für den Bereich Berlin und Brandenburg, es gibt die internationalen Themen oder auch die Sport-Redaktion. Für die Online-Ausgabe ist zudem eine eigene Redaktion tätig.

Die Arbeit für die sechs Mal in der Woche erscheinende Papierausgabe beginnt um 5 Uhr und endet in der Regel um 16.15 Uhr, damit die Abendausgabe auch rechtzeitig in den Druck gehen kann. Aktuelle Ereignisse können noch bis 19.30 Uhr für die morgendliche Ausgabe nachgereicht werden. Für die Online-Redakteure endet der Dienst erst gegen 23 Uhr in der Nacht.

Zusätzlich zu den in Berlin beheimateten Redakteuren hat der »Tagesspiegel« noch eigene Korrespondenzen in Amerika, Europa und Asien. Darüber hinaus arbeitet er eng mit deutschen und internationalen Nachrichtenagenturen wie z. B. der Deutschen Presse-Agentur oder Reuters zusammen.

Um zu verhindern, dass Falschmeldungen in der Zeitung erscheinen, überprüft die Redaktion, ob der gleiche Sachverhalt von mindestens zwei unabhängigen Quellen ebenfalls vermeldet wird. Häufig wird dann noch mit eigener Recherche ermittelt, ob die Meldungen tatsächlich den Tatsachen entsprechen, bevor sie veröffentlicht werden können.

In Berlin hat der »Tagesspiegel« eine Vielzahl von eigenen Mitarbeiter*innen, die gute Verbindungen haben, beispielweise zur Landesregierung oder in die Bezirksparlamente. Wichtig sind auch gute Kontakte zur Polizei, um auf aktuelle Notfälle reagieren zu können. Nur so kann schnell und umfassend berichtet werden, etwa über den tagelangen Stromausfall in diesem Berliner Winter.

Zum Abschluss der außerordentlich interessanten Ausführungen unseres Tour-Begleiters haben wir noch einen Blick in den sogenannten »Newsroom« werfen können. Hier arbeiten die unterschiedlichen Redaktions-Bereiche sehr still und hochkonzentriert an großen Monitoren. Außerdem werden hier parallel alle eingereichten Texte im Layout angepasst – schließlich muss bis zur Drucklegung jede Seite komplett fertig gestellt ein.

An weiteren großen Bildschirmen ist zu sehen, dass zwischen einer und eineinhalb Millionen Mal täglich die Online-Ausgabe des »Tagesspiegel« aufgerufen wird – und mit diesen beeindruckenden Daten verlassen wir nach zwei Stunden voller Informationen die Redaktion, mit dickem Dank an unseren Tour-Begleiter!

© Text & Fotos: Uwe Steenbock