
Im Monat Oktober führte uns die Kulturlotsen-Tour zur »Stiftung Brandenburger Tor« mit dem Atelier Liebermann. Diese Stiftung hat ihren Sitz in einem Gebäude direkt neben dem Brandenburger Tor. In diesem Haus lebte und arbeitete der Berliner Maler Max Liebermann (1847 bis 1935), einer der berühmtesten deutschen Maler und Grafiker seiner Zeit. In diesem Haus am Pariser Platz hatte er nicht nur seine Wohnung, sondern auch ein großes Atelier. Einen Blick ins Atelier kann man zu Beginn der aktuellen Ausstellung betrachten.

Max Liebermann setzte sich zu Lebzeiten in seinen Gemälden und Grafiken oft kritisch mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen auseinander. Viele seiner Werke sind heute in verschiedenen Museen, zum Beispiel auf der Museumsinsel oder in seiner Villa am Wannsee zu bestaunen.
Die Ausstellungsreihe »Im Atelier Liebermann – Max-Artists« widmet sich der Frage nach dem künstlerischen Entstehungsprozess in der Gegenwartskunst.
Die aktuelle Ausstellung, durch die wir sehr fundiert und ansprechend von unserem Tour-Guide Stephan geführt wurden, ist die zehnte Jubiläums-Ausgabe dieser Ausstellungsreihe.

Das Besondere an »Max-Artists« ist, dass Künstler*innen ihre Ateliers in Schulen, überwiegend Grundschulen, an zwölf Standorten in Berlin haben. Diese Schulen stellen jeweils einen Raum – zum Beispiel einen nicht genutzten Klassenraum – als Atelier zur Verfügung. Die von der Stiftung eingeladenen Künstler*innen zeigen also an Schulen, auch regelmäßig im Austausch mit den Schüler*innen, was ihr Schaffen inspiriert und wie die Arbeit in einem Atelier aussieht.
Ateliers sind besondere Räume. Hier werden Materialien gelagert, Geschichten erforscht, Ideen entwickelt, verworfen und umgesetzt. Hier wird geschlafen, gefeiert und geträumt. Die Schulateliers ermöglichen darüber hinaus vielfältige Begegnungen mit Schüler*innen, dem pädagogischen und dem allgemeinen Schulpersonal.


Einige der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind in der Zusammenarbeit mit Schüler*innen entstanden, die dabei alle künstlerischen Freiheiten hatten und sich frei entwickeln konnten. Es gab keine Schulnoten dafür – so konnte also nach Herzenslust experimentiert werden.
Die aktuelle Ausstellung zeigt, wie abwechslungsreich, farbig und spannend die Ergebnisse sind. So gibt es viele Gemälde und Collagen. Oder Installationen, die jeweils eine Geschichte erzählen. Außerdem Videopräsentationen, die mit Bildern und Geräuschen arbeiten. Die Kunstwerke und die Entstehungsgeschichten wurden uns immer erläutert, so dass die Ausstellung sehr lebendig wurde. Nach 90 Minuten haben wir uns gut informiert und bestens unterhalten mit Applaus von unserem Tour-Guide Stephan verabschiedet.




Außerdem besonders ist, dass die Ausstellung keinen Eintritt kostet. Sie kann noch bis zum 1. März 2026 jeweils donnerstags bis sonntags zwischen 11 Uhr bis 18 Uhr besucht werden. Viel Entdeckungsfreude dabei!
© Text & Fotos: Uwe Steenbock
Schreibe einen Kommentar