
Auch im Juni war es wieder soweit – die Kulturlotsen gingen on Tour! Dieses Mal zogen wir ins Museum für Kommunikation nach Berlin-Mitte, wo wir in der Ausstellung »Von Asterix bis Zaubertrank« die Welt von Albert Uderzo, dem Schöpfer von Asterix und Obelix, eintauchten.

Mit unserem Tour-Guide Adrian, der sich als sehr kundiger, pfiffiger und interessanter Geschichtenerzähler erwies, machten wir in drei Etappen eine Reise durch die fantasievolle Welt von Albert Uderzo (1927–2020). In drei Abschnitten erfuhren wir viele interessante Geschichten über ihn.

Erster Abschnitt: Frühwerk, Jehan Pistolet, Hommagen und Parodien.
Dieser Abschnitt hatte die Kindheit und Jugend von Uderzo als Schwerpunkt. Wir erfuhren, dass sein zeichnerisches Talent bereits als 8-jähriger Schüler, der seinerzeit insbesondere Walt Disney bewunderte, von seinen Lehrern entdeckt und gefördert wurde. Mit achtzehn entwickelte Uderzo bereits die Grundlagen für seinen eigenen Zeichenstil. Es entstanden Hommagen, zum Beispiel an Leonardo da Vinci, Parodien auf Walt Disney und seine ersten eigenständigen Comicfiguren. Auf vielen Originalseiten, Skizzen und Frühwerken wurden wir an diese frühesten Geschichten herangeführt. Eine Figur, die Uderzo erste Abenteuer erleben ließ, hieß Jehan Pistolet.
Ebenfalls zu sehen waren persönliche Gegenstände aus dem Atelier von Uderzo, mit denen er täglich arbeitete – Zeichenstifte, Radiergummis, Pinsel, Skizzenblöcke und Vogelfedern, mit denen er das Papier von Radiergummiresten reinigte, um danach seine Zeichnungen zu verfeinern. Denn im nächsten Schritt wurden aus den Bleistiftzeichnungen mit Pinsel und Tuschfeder fein gezeichnete Bilder. Für eine farbige Gestaltung verwendete er Pinsel in unterschiedlichen Stärken und Breiten.
Ein weiteres kreatives Talent von ihm war: Uderzo schuf und gestaltete seine eigenen Schriften – was damals noch ausschließlich per Hand möglich war: So stand eine schmale, kleine Schrift für die ganz normale Unterhaltung. Große, fette Buchstaben bedeuteten lautes Rufen und Schreien.
Zweiter Abschnitt: Erste internationale Erfolge, Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure, Umpah-Pah
Hier wird aufgezeigt, wie Uderzo Anfang der 50ger Jahre René Goscinny kennenlernte, der ebenfalls Comics zeichnete und vor allem ein talentierter Autor war. Beide verstanden sich auf Anhieb gut. Sie freundeten sich an und fuhren mit ihren Familien sogar regelmäßig gemeinsam in Urlaub.
Zusammen entwickelten sie neue Comicfiguren, die die verschiedensten Abenteuer erlebten. Ein immer wiederkehrendes Motiv dabei ist, dass es sich zumeist um zwei sehr gegensätzliche Hauptfiguren handelte: Eine kleine Person, flink und wendig, die über eine ganze Menge Grips verfügte. Und eine zweite Figur, groß und stark, die immer dann hilfreich war, wenn kraftvollere Einsätze notwendig waren.

Neu war in dieser Zeit auch, dass die Comics jetzt nicht mehr nur in Frankreich erscheinen, sondern auch international Verbreitung fanden und so zum weiteren Erfolg von Uderzo beitrugen.
Dritter Abschnitt: Das Asterix-Universum
1959 entstanden schließlich Asterix und Obelix, deren Abenteuer sich zu einer der erfolgreichsten Comicserien aller Zeiten entwickeln sollten. Bis heute wurden über 400 Millionen Alben in der ganzen Welt verkauft. Asterix-Bände erscheinen in über 50 Sprachen – und als Besonderheit in Deutschland auch in über dreißig unterschiedlichen Dialekten – von plattdeutsch über berlinerisch bis hin zu schwäbisch oder bayerisch.
Inzwischen gibt es 34 Alben ihrer Abenteuer, von denen viele zur Anschauung an den Wänden hingen, so dass man noch einmal direkt in die Welt von Asterix und Obelix eintauchen konnte. Neben vielen Originalzeichnungen gab es auch eine Übersicht, wie viele Länder die pfiffigen Gallier Asterix und Obelix bereist haben.

Insgesamt war es eine tolle Ausstellung, die leider bereits Mitte Juni endete. Uns wurde erzählt, dass viele der Originalzeichnungen so empfindliche Kunstwerke sind, dass sie nicht ständig ans Tageslicht dürfen und zunächst einmal wieder lichtdicht verpackt werden müssen, um sie für die kommenden Jahre zu schonen. Wie schön also, dass wir sie hier im Original einmal sehen konnten!

© Text & Fotos: Uwe Steenbock
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