
Rund ein Jahr nachdem die letzten ausgefüllten Fragebögen eingegangen waren, liegen die Ergebnisse nun auch in einfacher Sprache vor. Zur Erinnerung an unsere Zufriedenheitsbefragung, sollen einige ausgewählte Ergebnisse hier noch einmal zusammengefasst dargestellt werden.
Viele Klient*innen sorgen sich vor Wohnungslosigkeit
Die Frage, ob Sorgen wegen Wohnungslosigkeit bestünden, bejahten rund 40 % der Klient*innen. Die Gesamtauswertung zeigt, dass sich Betreute in Treptow-Köpenick (46,2 % oder 24 von 52) darüber am häufigsten Gedanken machen. Die Sorgen wurden begründet: So nannten 5 Befragte die Angst vor Beendigung der Unterstützung, 5 die Veränderung der politischen Situation und die damit verbundenen Kürzungen. Andere Befragte gaben den angespannten Berliner Wohnungsmarkt als Grund an, ihre teilweise prekäre finanzielle Situation und hohe Mieten. Weitere Mietsteigerungen sowie die damit zusammenhängende Befürchtung vor Zahlungsunfähigkeit beschäftigte 8 Personen. 5 Teilnehmende schrieben von früheren Erfahrungen mit Obdachlosigkeit und Konflikten mit Vermieter*innen bzw. Eigentümer*innen.

Die Betreuung und Erfahrungen mit übergriffigem Verhalten
Die deutliche Mehrheit der Befragten ist mit der Betreuung zufrieden oder sehr zufrieden. Trotzdem gibt es Erfahrungen mit übergriffigem Verhalten: Obwohl rund 88 % (175 Teilnehmende) kein übergriffiges Verhalten durch Mitarbeitende kennen, gaben 12 Personen (6 %) an, entsprechende Erfahrungen gemacht zu haben.
Nach Beispielen gefragt, nannten Klient*innen ausfälliges verbales Verhalten mit Beschimpfungen oder Anschreien durch Mitarbeitende. Eine Person beschwerte sich, dass sie von Angeboten ausgeschlossen würde. Aber auch Missverständnisse scheinen in diesem Zusammenhang eine Rolle zu spielen. Hier wird sicher das Gewaltschutzkonzept ansetzen, an dem derzeit bei den VIA Perspektiven gearbeitet wird.
Die Meinungen zu den Gruppenangeboten und zum Austausch mit anderen
Die Gruppenangebote werden von rund 64 Befragten genutzt. Das entspricht etwa einem Drittel der Teilnehmenden, wobei die meisten aus Neukölln stammen; das waren rund 37 % oder 29 Personen. Am geringsten ist die Teilnahme in Pankow (ca. 27 % oder 17 Personen). In Pankow starteten jedoch erst kurz nach dieser Befragung mehrere Gruppenangebote wie Sport- und Kochgruppen. Vielleicht sähen die Ergebnisse heute anders aus.
Unsicherheit besteht unter den Befragten darüber, ob sie Angebote nur für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gegenüber inklusiven Treffen bevorzugen. Eine Tendenz geht in Richtung inklusive Angebote. Gleichzeitig wählten mehrere Teilnehmende bei diesen Fragen die Antwort »keine Angabe/ weiß nicht«. Vereinzelt wünschten sich Klient*innen mehr Gruppenangebote bzw. eine schnellere Umsetzung dieser sowie die jährliche Klientenreise im Rahmen der offenen Frage.
Ausblick auf zukünftige Befragungen
Für die Zukunft sind weitere Zufriedenheitsbefragungen angedacht, so dass VIA regelmäßig Feedback bekommt. Befragungen können Grundlagen für Veränderungen, Planungen und Durchführung konkreter Angebote und Projekte sein. In welchem Abstand und wie genau die Befragungen in Zukunft umgesetzt werden, ist in den nächsten Monaten zu überlegen.
© Text: Laura Fricke & die AG zur Zufriedenheitsbefragung
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