Autor: via-admin (Seite 7 von 10)

Größenwahn

Corona-Massaker by Gwendrix

ICH habe das Saatgut nicht gesät.
ICH bringe es nur zum blühen.

… es gedeiht prächtig…

An den wenigen prächtigen Blüten, den Ausnahmen erfreue ICH mich.
Dieser Einfallsreichtum des ungewöhnlichen, dem wird gebührende Aufmerksamkeit geschenkt…
…welch armselige Helferlein, die mich vermehren – obwohl sie mich leugnen.

– So wenige es gibt
so hell erstrahlt ihr Licht –

In Kauf nehme ICH gerne die Auswüchse der Masse, also den Wissenden, den Anhängern der Forschenden.
Wie vertan ist ihre Mühsal, sie bemerkt nicht, wie sie von mir gelenkt wird…
…ergehen sich in ein Tal des Jammerns,
welch` Verantwortung sie tragen, dass sie, die Mediziner, bald über Leben und tot triagieren müssen…
…welch ein Trugschluss…

ICH, und ICH allein entscheide über euer Schicksal…

ICH, die Krone der infektiösen organischen Strukturen ICH

Mario Ysendyk

Hoch und Tief

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Jahre um Jahre ziehen ins Land
Manchmal hast Du ’s in der Hand
Doch wenn sich Mauern vor Dir türmen
Kannst Du nicht mehr vorwärts stürmen

Dunkelheit versperrt die Sicht
Denkst ständig nur „Ich schaff´ das nicht“
Hilfe suchen fällt Dir schwer
Es sieht so aus als geht nichts mehr

Es kostet Kraft das Licht zu finden
Oft muss man dafür richtig schinden
Doch in Dir ist ’ne große Kraft
Die Helligkeit im Leben schafft

Ein jedes Tief geht mal vorbei
Die Seele fühlt sich wieder frei
Als Mensch kannst Du Dich wieder fühlen
Wie ein Kind das Leben spielen.

Gwendrix

Ausstellung

Eine Künstlerin, die Assistenzleistungen der VIA Perspektiven in Anspruch nimmt stellt derzeit ihre aktuellen Werke im Sozialamt Treptow-Köpenick aus:

»Endlich kann ich eine eigene Ausstellung machen.
Schon lange habe ich mich darauf gefreut.
Zu sehen derzeit im Amt für Soziales Treptow-Köpenick.
Weil es dort die Möglichkeit gibt, eigene Kunst zu zeigen und die Bilder in einem geschützten Raum aufhängen zu können, hat mich das Angebot interessiert.

Ausgestellt sind Malereien mit Kreiden, Bleistift, Kohle, Acryl- und Wasserfarben. Die Bilder zeigen etwas Sensibles, Bewegliches und Zerbrechliches. Edelsteine inspirieren mich und auch die Wirkung von den Grundfarben.

Die Kunstangebote im FreiRaum und der VIA Perspektiven haben mich unterstützt, neue Bilder zu beginnen.

Danke für die Helfer, die dies ermöglichen.«

Amt für Soziales Treptow-Köpenick
Hans-Schmidt-Straße 18, 12489 Berlin

Fühlsinn – Kurzlyrik

Fühlsinn

Hat Sinn
macht Sinn
Unsinn
Sinn hinter dem
was ich dachte sah fühlte
hoffte horchte
in den Händen der
Zeit
horchte hörig
wendet sich das Blatt

Nüsse auf der Fensterbank
hartschalig
weichkernig

Spinnennetz

Fadenträchtig
Die Spinne
baut ein Netz
feine Fäden komplexer Natur
Netzwerkarbeiterin

Worte

gesagt gesprochen
vergangen und vergeben
vergessen, was da war
Worte

Texte von Heliane Hagel
Foto: VIA Perspektiven

Baut die Burg ab

Um die Burg nun endlich abzubauen schrieb ich einen Artikel für den VIA Blog

Baut die Burg ab!

Das Thema mit der Burg geht mir nicht aus dem Kopf, obwohl ich nicht gekifft habe. Alles, was Burg ist, muss abgebaut werden. Dann leben wir unser eigentliches Leben ohne Krankheit und Tod. Wie ich auch schon in meinem Artikel im Blog über die Burg meinte, sind wir so frei und können auch mit der Burg ohne sie leben statt zu »gelden« und zu »toden«, aber meiner Meinung nach, ist es schon lange Zeit, sich von der Doppelkreuzritterburg zu trennen und im selbstverständlichen Paradies zu leben. Hinter der Burgwand (Häuserwand oder Straße) ist unser abgeschaltetes, eigentliches Leben. Und das mit dem Kapitalismus würde sich auch erledigen. Wir können auch in unserem eigentlichen Leben arm, obdachlos, krank und tot sein, ohne arm, obdachlos, krank und tot zu sein. Es gibt sogar den Kapitalismus, ohne dass es ihn gibt. Durch meine Freiheit lebe ich schon lange im eigentlichen Leben, obwohl alle schlafen. Wacht auf! Es lohnt sich geboren zu sein! Von dem eigentlichen Leben bekommt man nicht genug! Wir sind geboren um zu leben und nicht zu sterben, um reich zu sein und nicht um arm zu sein, ohne Geld zu leben und nicht mit Geld zu leben, gesund zu sein und nicht um krank zu sein, dafür ist das Leben zu wertvoll!

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Kurzlyrik

Mein Ort

Ich habe einen Ort

Der gehört nur mir
In ihm finde ich Antworten
Er ist licht und hell
Er weist mir den Weg

Ich brauche meinen Ort

An dem bin nur ich

Am Morgen

In den Tönen des Morgens
geht die Nacht dahin
Ein Abschied auf Raten
doch ist es einer

Mein Raum gehört mir
Meine Sehnsucht ist die
meine

Mein Schmerz am Verklingen
wer hätte das gedacht?

Texte von Heliane Hagel
Foto: K. Heider

Mein Praktikum

Aus dem Leben gegriffen und über den Alltag berichtet. Was erlebt man während eines Praktikums im Lwerks … cultur, einem Café und Restaurant am Rathaus Neukölln?

Die Öffnungszeiten im Café Lwerk haben sich geändert. Montags fange ich um 10 Uhr an, mein Fahrweg beträgt 45 Minuten und ich muss viel stehen und laufen. Das längere Stehen ist anstrengend. Ich muss das schmutzige Geschirr kurz abspülen und dann in die Spülmaschine tun. Die Haupttätigkeit besteht im Abtrocknen. Es sind sehr viele Gläser, die ich polieren muss. Manchmal muss ich auch etwas aus dem Lager holen oder den Koch unterstützen und ein Rührei zubereiten. Ich durfte auch einmal Keksplätzchen ausstechen. Was auch zu meinen Tätigkeiten gehört, ist das Wäscheaufhängen und die Wäsche zusammenlegen. Um halb eins gibt es ein gutes Mittagessen, meist mit Salat. Zwischendurch sollen wir viel Selters trinken. Manchmal darf man auch einen Cappuccino trinken.

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Brandmalerei

Dem Künstler M.B. begegnete ich bereits im Atelier des VIA Zentrums AktionRaum. Seine feinlinigen Bilder sind detailreich und bilden für mich Bild-Wort-Collagen. Worte, Linien, Bilder erzählen Geschichten. Kürzlich schickte mir der Künstler eine Mail mit der Bitte, die von ihm angehängten Fotografien seiner Bilder auf dem Blog zu veröffentlichen. Wir freuen uns, die Werke hier präsentieren zu können.

M.B. selbst sagt: Das Bild ist auf Holz entstanden mit einer Art Lötbrenner. Dieses Motiv habe ich gespiegelt und dadurch ist etwas völlig Neues, eine Art Mosaik, entstanden.

Brandmalerei oder auch Pyrografie ist eine alte Gravurtechnik. Materialien wie Leder, Holz oder Kork wurden mittels dieser Technik verziert. Der Begriff Pyrografie bedeutet sinngemäß »Schrift mit Feuer« und stammt aus dem Altgriechischen. Aus dem Gravieren mit einer Wärmequelle ist eine Kunsttechnik entstanden.

©Bilder: M.B.

Meine eigenen Wohnungen

2. Nachtrag

Es ist nun eineinhalb Jahre her, seit ich vom betreuten Wohnen aus der 2er WG in Neukölln, wo ich mit einer guten Freundin vier Jahre zusammengelebt hatte, in meine eigene Wohnung in Lichtenberg gezogen bin.

Es war eine schöne Zeit in der WG. Wir waren der Mittelpunkt der Glasower Straße. Alle kamen zu uns, auch meine Nachbarin, die von morgens bis abends jeden Tag bei uns war und bei uns übernachtet hatte. Sie fühlte sich bei sich in der Wohnung nicht wohl und hatte uns, wo sie immer hin gehen konnte. Wir haben zusammen Filme und Serien bei Youtube geschaut, Musik gehört oder einfach so im Internet gesurft. Alle haben bei uns telefoniert und mein WLAN benutzt, haben bei uns Tabak und Blättchen, Essen und Geld bekommen, wir haben zusammen gekocht oder ich habe für alle Cheeseburger, Hot Dogs und Toast Hawaii gemacht oder wir haben uns Essen geholt beziehungsweise bestellt und zusammen gegessen. Sogar der Vater von meiner guten Freundin kam mit Koffern bepackt und hat bei uns wochenlang gewohnt, was dann doch ziemlich anstrengend war. Also dachte ich mir, ich suche mir meine eigene Wohnung, um mit meiner Nachbarin meine Ruhe zu haben. Doch die Sache ging irgendwie nach hinten los. Meiner Nachbarin ist der Weg nach Lichtenberg zu weit. Sie meint, sie schaffe es gesundheitlich nicht, zu mir zu kommen. Seitdem ich in Lichtenberg wohne, war sie erst ein einziges Mal bei mir, und dass auch nur, weil wir uns ein Taxi für 40 Euro hin und zurück genommen hatten. Ich selber habe sie jetzt aber auch nicht übertrieben 500mal besucht, um sie wie früher zu sehen. Es ist ein ewiges Hin- und Hergefahre von Lichtenberg nach Neukölln und zurück. In einer halben Stunde nach Neukölln schaffe ich es nur, wenn die S-Bahntüren sich problemlos öffnen und schließen, wenn ich renne, um die Bahnen und den Bus zu kriegen.

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Brief an den Bruder

Licht

++ Hinweis: Der Text behandelt traumatische Erfahrungen und kann triggern ++

Na Bruderherz,

weiß gar nicht was und wieso ich dir schreiben sollte…?
Aber ich mache es trotzdem.
Vielleicht geht es dir ja ein wenig schlecht, so wie es mir ständig geht.
Ich mach ja gerade ’ne Therapie, wegen meiner Ängste und so…weißt schon.
Mich quälen alte Erinnerungen.
Ich habe ständig und immer wieder die Sequenzen im Kopf, was du so alles mit mir angestellt hast.
Ich spule die Jahre zurück bis an die Punkte, in denen du mich gequält hast.
Nichts ist mir verloren gegangen…Danke.
Ich sehe den Müll aus zwei Perspektiven.
Einmal aus der Sicht von mir und dann als Zuschauer…besser gesagt, es springt, ganz schnell, so als würde es fast gleichzeitig sein.
Eine Rundum-Ansicht.
Die einzigen, die nicht wechseln sind meine Gefühle, Ängste, die Panik, der Ekel und das totale Entsetzen…die sind immer gleich, egal welche Perspektive.
Ich war klein soo süß und unschuldig.
Du warst, und bist es immer noch, 7 Jahre älter als ich….Du hattest die Macht auf mich aufzupassen und mich zu verteidigen.
Aber du musst dich entschieden haben mich zu zerstören…hast deine Macht genutzt, um zu quälen…sexuell-körperlich und seelisch.
Immer und immer wieder, bis du endlich ausgezogen bist….dann war Ruhe vor dir, aber trotzdem zu spät…ich war für mein Leben therapiert.
Ich kann es nicht verstehen, wie man so sein kann…ich…?…niemals
Für das gibt es keine Entschuldigung, egal was man selber erlebt hat.
Ein Gutes hat es jaaaa.
Das Gute in mir hast du nicht kaputt gemacht…ok das Gute ist schüchtern und ängstlich…aber es ist da und lebt.

©szilverling
©Foto: Lichtbildermacher


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