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Sweet Dezember

Es wintert.
Schnee fällt und es ist kalt.
Der Winter ist da.
Menschen in warmen Mänteln mit Schals und Mützen
mühen sich ab durch die kalte Jahreszeit.

Es riecht nach Glühwein und Zimt.
Die Obdachlosen trinken heißen Kaffee.

Die Tage dauern kurz und Nächte werden von Frost beherrscht.
Zuhause in der Wärme ist es kuschelig und gemütlich.

Man schläft tiefer.

Ich muss an Weihnachten denken.
Das Fest der Liebe und Familie.

Das ist die kalte Jahreszeit.
Wintersonne bringt gute Laune und Wärme.
Fallender Schnee ist romantisch und die Kinder freuen sich.
Die Weihnachtslichter leuchten nachts fröhlich und feierlich.
Bald ist Sylvester und ein neues Jahr wird beginnen.

Es herrscht Dezember.

rosenwasser

Foto: ©lichtbildermacher

Reißfaden

Als ich dann aus dem Fenster sehe streift mein Blick flüchtig den Regen, der in wahrhaft kaskadenartigen Sturzbächen den Boden in einen Morast aus Schlamm und Blättern verwandelt, bevor er sich, wie üblich, auf die Aushänge an dem kleinen Kiosk auf der gegenüberliegenden Straßenseite fixiert, die Ich von hier aus zwar als interessantbunten Fleck sehen, aber nicht lesen kann. Es ist mir aber auch ziemlich egal, da ich ohnehin nur eine vorrübergehende Raststätte, eine bequeme Bank in der großen Wartehalle, zu der mein Leben geworden ist, ja, die es irgendwie schon immer war, suche.

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(R)Evolution

Die Jahre des Leidens…
Was bleibt, sind lange Schatten.
Die Jahre des Krieges…
Wir können nun froh sein, dass wir sie nicht hatten.
Menschliche Erfahrung hat viele Gesichter,
Die Jahre … vorüber. Es bleiben Geschichten
Und schlichtestenfalls bleibt als übrig bestehen,
Dass all diese Jahre letzendes vergehen.
Was gelernt..?
Uns überlassen.
Es klingt von entfernt..
Niemand will wirklich hassen.
Und was bleibt ist ein Denkmal aus Holz und aus Steinen.
Das Leid längst vergangen; kein Grund mehr zu weinen.
Die härtesten Prüfungen: Wir sie uns schufen.
Die Geister die bleiben … wer tat sie denn rufen?
Im Mosaik unseres Lebens ist jeder Mensch wichtig
Und all unser Streiten: Am Ende doch nichtig.
Seid süchtig im Leben nach Revolution,
denn die nächste wird kommen:
Die Liebesevolution

Steven Auth, 09.11.2017, 20:36, Berlin Wedding

Wie ein Baum sein

Ein Baum stellt seine Existenz nie in Frage.

Er weiß nur, dass er ist.

Er fühlt es, wenn die Sonne aufgeht;
sie ihre lebensspendenden Strahlen Wärme schenkend über Ihm ausgießt.
Er spürt es, wenn es Winter wird und die erste Kälte
seine wenigen vom Herbst verbliebenen Blätter zu kleinen Kunstwerken aus Kälte gefriert.

Nun sieht der Baum das alles und weiß dabei, dass er es nicht ändern kann.
Aber im Gegensatz zu uns bekümmert es den Baum nicht,
dass er manche Dinge eben nicht ändern kann.

Die Tage kommen und die Tage gehen
und manchmal sind es gute
und ab und an auch schlechte
Tage für unseren Baum.

Der Baum, wenn selbst zerschlagen vom ärgsten Frühjahrssturm,
wächst immer weiter und weiter.
Er kennt es nicht anders.
Er weiß nichts von Verharren oder Aufgeben,
denn davon hat ihm niemand jemals etwas erzählt.

Er wittert alles aus.
Denn noch eines weiß der Baum gewiss:

Nach jeder Nacht wird wieder ein Tag kommen
und nach jedem Regen neuer Sonnenschein.

© Steven Auth, 22.07.2015, 02:50, Berlin

Was bedeutet mir VIA

Ich habe jeden Tag eine Tagesaufgabe

Vielfalt

Kann mich austauschen
Kann was lernen

In den Pausen kann man sich unterhalten und Kaffee trinken
Die Vielfalt der Menschen schafft die Atmosphäre bei VIA
Man wird kompetent und konkret beraten und unterstützt

Treffpunkt für Gleichgesinnte

Eure rosenwasser

Seelisch herausgefordert

Fast jeder nennt es psychisch krank.
Was soll das bedeuten, psychisch krank?
Ist man krank, weil man anders ist?

Nein.

Ist man krank, weil man sich öfter als andere Menschen selbst im Wege steht.
Überzeugt mich nicht.
Probleme sind dazu da, um gelöst zu werden, genau wie Herausforderungen dazu da sind, um an Ihnen zu wachsen.
Das Leben fordert sensible Menschen eben oft mehr heraus, als andere.
Wirklich mehr…?

Anders ist das Stichwort.

Lucky Strike

ohne Titel – Boldt

Ein Glückstreffer war das nun gerade wirklich nicht, als Ich mich vor mittlerweile vielen Jahren von guten Freunden, man kennt das, dazu drängen ließ, das Rauchen anzufangen. Das Rauchen anzufangen. Zunächst muss man Rauchen ja tatsächlich erst mal lernen. Ich kann mich, wie jeder Raucher, noch genau an meine allererste Zigarette erinnern. Damals vor dem Kino, das es jetzt schon seit Ewigkeiten nicht mehr gibt. Alles diesen blöden Cinestar-Wichsern zum Opfer gefallen. Wie auch immer. Ich stand also da mit meinen drei damals besten Freunden, zwei davon Raucher, wir wollten irgendeinen Film sehen und die beiden »mussten« natürlich vorher erst noch schnell »eine qualmen«, wie man sagt. Ein Lungenbrötchen essen und so. Wie so oft damals bei solchen Gelegenheiten bekamen wir beiden Nichtraucher natürlich auch eine angeboten, denn: Die braucht man unbedingt, um cool zu sein. Anders: Keine Chance. Florian lehnte dankend ab. Ich griff zu. Weiterlesen

Alles auf Anfang

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht.
Sie liebt mich, sie liebt mich nicht.
Doch alles schlicht, nur ein edler Gedanke?
Das Herz kennt kein Trudeln: kein Fallen, kein Wanken.
Woher diese neue Flamme?
Ist gar nicht so neu, brennt schon lange.
Ist nun wieder sichtbar: nach Außen und Innen.
Ich zähle die Tage und Jahre verrinnen.
Am Ende der Zeit bleibt nur eines bestehen.
Unsere Liebe wird sich weiter und weiter ausdehnen,
wird ein Kreis, dann ein Punkt, dann die Mitte von allem,
Ich sehe das Licht und ich höre es schallen,
von Orten ohne Grenzen und Mauern und Zäunen
und auch er ist nun hier, welche Rolle im Neuen,
im Neuen, im Neuesten Spiel er wohl spielt?
Die Antwort ist meine.
Der Weg ist das Ziel.

Steven Auth, 16.05.2016, 03:33, Berlin

Inklusion, das heißt:
»Jeder Mensch erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.«
(Aktion Mensch)

Mein Leben bei VIA

Ich lebe bei VIA seit einem Jahr und 10 Monaten. Am Anfang war es schwer für mich, mich daran zu gewöhnen von so vielen psychisch Kranken umgeben zu sein.  Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Mit meiner Mitbewohnerin habe ich mich gut eingelebt und inzwischen sind wir sogar befreundet. Da wir beide ruhig und freundlich zu anderen sind, ging das leicht, zweimal die Woche treffe ich mich mit meiner Betreuerin  von VIA und wir reden oder gehen spazieren oder Kaffee trinken. Das Verhältnis ist auch fast freundschaftlich.

Außerdem gibt es auch die VIA Werkstätten wo ich dreimal die Woche für 3 Stunden tätig bin. Wenn ich von der Arbeit um 17 Uhr nach Hause komme, wartet meine Mitbewohnerin schon. Wir rauchen zusammen eine Zigarette und reden über den Tag. Dann bleibt noch Zeit für den Einkauf und Abendbrot. Zum Glück sind wir beide keine Nachtmenschen, also klappt das Zusammenleben gut. Spätestens um 22 Uhr gehen wir schlafen.  Am Wochenende bleibt Zeit für die Familie und Entspannung. Ich fühle mich bei VIA gut aufgehoben, hoffe aber in 5 Jahren spätestens auf eine eigene Wohnung so wie früher. Bis dahin möchte ich noch Geld sparen.

eure rosenwasser

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