Diesmal tauchten wir in die spannende Welt der Motorräder bei BMW in Berlin-Spandau ein. An diesem Standort, so groß wie 70 Fußballfelder, werden seit den 60er Jahren Motorräder und Elektro-Scooter für die ganze Welt produziert.

Unsere Tour startete in einer großen Empfangshalle. Dieses Gebäude ist über 100 Jahre alt. Hier stehen sowohl historische als auch ganz aktuelle Motorrad-Modelle. Und das Tolle ist: Man darf auf fast allen Modellen Platz nehmen und sich so fühlen, als ob man gleich davonbrausen könnte.

Zu Beginn wurde ein kurzer Film gezeigt, in dem wir erfuhren, dass BMW seit über 100 Jahren Motorräder baut – zunächst in München und seit den 60er Jahren ausschließlich hier in Spandau. Jedes Jahr baut BMW mehrere tausend davon – und wer ein Motorrad bestellen will, kann sich aussuchen, welche Farbe es haben soll, wie der Sitz oder der Lenker gestaltet werden sollen: »Konfigurieren« nennt man das hier.

Wir wurden mit Kopfhörern ausgestattet, damit wir unseren Guide Markus auch in den Hallen verstehen konnten, in denen die Produktion etwas lauter ist. Wir starteten in der Logistikhalle, wo täglich etwa 100 LKWs die Einzelteile ins Werk bringen, aus denen später die Motorräder gebaut werden. In dieser Halle gibt es ein Kleinteillager, in denen in riesigen Regalen etwa 95.000 Kleinteile Platz finden. Damit nichts durcheinanderkommt, haben alle Kleinteile einen eigenen Code. Dann weiß man bei der gesamten Produktion immer, wo sich jedes Teil befindet.

Diese Regale sind total beeindruckend – das Kleinteillager hat Regale, die 24 Meter hoch sind. Das Lager für die größeren Teile der Karosserie oder Motoren ragt sogar 40 Meter in die Höhe … was in etwa so hoch wie ein Riesenrad wäre.

Die Lager werden mit großen, fahrbaren Lastkränen vollautomatisch bestückt. Ebenfalls vollautomatisch werden die notwendigen Teile zum Motorradbau dann in die nächste Halle gefahren. Das machen selbstfahrende Transportroboter, die teilweise auch Roboter-Züge hin und herfahren. Menschen und Roboter arbeiten hier überall zusammen. Die Roboter führen die körperlich schweren Arbeiten aus. Die Menschen überwachen alles, damit nichts durcheinanderkommt.

Nach der Logistikhalle werfen wir einen kurzen Blick in die Motor-Halle. In Berlin baut BMW sieben unterschiedliche Motoren, das »Herz« eines jeden Motorrades. Dazu gehören auch Elektromotoren. So ein Motor kann aus 600 Einzelteilen bestehen, die Roboter und Mitarbeitende gemeinsam zusammenbauen. Diese Motoren werden an einem langen Montageband, so lang wie zwei Fußballfelder, Stück für Stück an mehreren Stationen zusammengebaut.

Dann gehen wir an der Lackiererei vorbei. Hier werden jeden Tag bis zu 10.000 Teile in vielen Farben lackiert. Über 20 Farben stehen zur Auswahl. Zum Zusammenschrauben der Teile geht es dann weiter in die Montagehalle.

Hier werden die Motoren mit dem Fahrgestell auf mehreren Stationen miteinander verbunden. Diesen Vorgang nennt man auch »Hochzeit« – weshalb die Montagehalle auch »Hochzeitshalle« genannt wird. Auch hier arbeiten Roboter, das sind selbstfahrende Montage-Wagen, und die Mitarbeitenden zusammen. Auch dieses Montageband ist so lang wie zwei Fußballfelder, es gibt über 20 Stationen. Hier arbeiten alle immer in Teams von drei bis vier Personen und schrauben die notwendigen Teile vom Fahrwerk rund um den Motor.

Nach dieser ganzen Präzisionsarbeit kommt der letzte Schritt: Es wird jedes Motorrad getestet, ob alle Teile vorhanden sind und ob alles perfekt ist. Dazu durchläuft jedes Motorrad viele strenge Tests. Neben Tests an der Bremse oder am Licht wird das Motorrad auch im Fahren geprüft. Dafür gibt es eine spezielle Station. Hier steht das Fahrzeug auf Rollen und fährt auf der Stelle. So kann wirklich alles überprüft werden.

Erst wenn das alles erfolgreich getan worden ist, werden die Motorräder verpackt. Für den Transport innerhalb Europas werden Stahlboxen verwendet. Das hat zwei Vorteile: Die Boxen können mehrfach verwendet werden und die Motorräder sind gut geschützt. Für den Versand außerhalb von Europa werden große Holzkisten genutzt, weil die sich besser für lange Transportwege eignen. Gute Reise!

Dies war für alle eine ausgesprochen spannende Tour – Herzlichen Dank an BMW und an unseren Guide für dieses tolle Erlebnis.