Kategorie: Kreativität (Seite 2 von 5)

Wir gratulieren!

Im Februar 2020 nahmen Herr Hild, Frau Lisson und Herr Nguyen (Fedor) an einem Titelbild-Wettbewerb für die Fachzeitschrift »Psychiatrische Praxis« teil:

Wir alle sandten je ein Werk ein – und haben tatsächlich gewonnen! Ein kleines Preisgeld und vor allem: Die Veröffentlichung auf der Titelseite der Zeitschrift.

Im Folgenden sind die Bilder zu sehen – teilweise mit einer kurzen Beschreibung.

»Da es mir scheint, als würden viel zu wenige Leute malen, schreibe ich darüber, wie ich damit anfing. Bevor ich begann, war ich überzeugt, kein Interesse und wenig Talent mitzubringen. In einem geeigneten Raum testete ich mich dennoch aus. Es entstanden Bilder, die auch mich sehr beeindruckten. Außerdem bereitet mir das Malen viel Freude, und das Interesse entwickelte sich. Nun druckt man mein Lieblingsbild auf die Titelseite der Zeitschrift.

Mein Fazit: Malt erst ein paar Bilder, bevor ihr über euer Talent urteilt. Um loszulegen braucht man nur ein Blatt Papier und Stifte oder Pinsel und Farbe.«

»Gedankenwirbel« Acrylfarbe, A4, Herr Hild 2019

»Ich leide seit vielen Jahren unter Zwangsgedanken. Dieses Bild habe ich ohne große Planung begonnen. Heraus kam ein Abbild meines Gedankenkreisens. Man vertieft sich immer mehr in seine Gedankenwelt, wie in einem Strudel.«

Größenwahn

Corona-Massaker by Gwendrix

ICH habe das Saatgut nicht gesät.
ICH bringe es nur zum blühen.

… es gedeiht prächtig…

An den wenigen prächtigen Blüten, den Ausnahmen erfreue ICH mich.
Dieser Einfallsreichtum des ungewöhnlichen, dem wird gebührende Aufmerksamkeit geschenkt…
…welch armselige Helferlein, die mich vermehren – obwohl sie mich leugnen.

– So wenige es gibt
so hell erstrahlt ihr Licht –

In Kauf nehme ICH gerne die Auswüchse der Masse, also den Wissenden, den Anhängern der Forschenden.
Wie vertan ist ihre Mühsal, sie bemerkt nicht, wie sie von mir gelenkt wird…
…ergehen sich in ein Tal des Jammerns,
welch` Verantwortung sie tragen, dass sie, die Mediziner, bald über Leben und tot triagieren müssen…
…welch ein Trugschluss…

ICH, und ICH allein entscheide über euer Schicksal…

ICH, die Krone der infektiösen organischen Strukturen ICH

Mario Ysendyk

Hoch und Tief

DSCF3790-Kopie1

Jahre um Jahre ziehen ins Land
Manchmal hast Du ’s in der Hand
Doch wenn sich Mauern vor Dir türmen
Kannst Du nicht mehr vorwärts stürmen

Dunkelheit versperrt die Sicht
Denkst ständig nur „Ich schaff´ das nicht“
Hilfe suchen fällt Dir schwer
Es sieht so aus als geht nichts mehr

Es kostet Kraft das Licht zu finden
Oft muss man dafür richtig schinden
Doch in Dir ist ’ne große Kraft
Die Helligkeit im Leben schafft

Ein jedes Tief geht mal vorbei
Die Seele fühlt sich wieder frei
Als Mensch kannst Du Dich wieder fühlen
Wie ein Kind das Leben spielen.

Gwendrix

Fühlsinn – Kurzlyrik

Fühlsinn

Hat Sinn
macht Sinn
Unsinn
Sinn hinter dem
was ich dachte sah fühlte
hoffte horchte
in den Händen der
Zeit
horchte hörig
wendet sich das Blatt

Nüsse auf der Fensterbank
hartschalig
weichkernig

Spinnennetz

Fadenträchtig
Die Spinne
baut ein Netz
feine Fäden komplexer Natur
Netzwerkarbeiterin

Worte

gesagt gesprochen
vergangen und vergeben
vergessen, was da war
Worte

Texte von Heliane Hagel
Foto: VIA Perspektiven

Kurzlyrik

Mein Ort

Ich habe einen Ort

Der gehört nur mir
In ihm finde ich Antworten
Er ist licht und hell
Er weist mir den Weg

Ich brauche meinen Ort

An dem bin nur ich

Am Morgen

In den Tönen des Morgens
geht die Nacht dahin
Ein Abschied auf Raten
doch ist es einer

Mein Raum gehört mir
Meine Sehnsucht ist die
meine

Mein Schmerz am Verklingen
wer hätte das gedacht?

Texte von Heliane Hagel
Foto: K. Heider

So kann das Leben sein

Manchmal hat man Glück im Leben
Kann andern Menschen Liebe geben
Schmetterling in meinem Bauch
Doch Schlechtes gibt es manchmal auch

Dann muss man seine Kräfte sammeln
Von Tag zu Tag sich rüberhangeln
Man denkt, es geht niemals mehr weiter
Was ist los? Man war doch heiter

Doch bevor Verzweiflung naht
Wird das Leben wieder zart
Ein Hoch und Tief in uns´rer Seele
Richtungen, die man gut wähle

Ein Wunsch ist Kraft in meinem Kopf
Ein Gedank´, der stetig tropft
Meinen Körper lachend spüren
Gefühle, die mich stets verführen

So schön kann das Leben sein
Wir Menschen laufen einfach rein!

Gwendrix

Life after yesterday – Superman

Superman hat sich im Laufe der Zeit schon einen Namen gemacht. Nun ist es an der Zeit weiter zu denken, zwang sich ihm in der drohenden Midlifecrisis, der Gedanke auf.

Er kam zu dem Schluss, einen Superheldensohn zu machen, um einen Supererben für seine Superheldenkarriere zu haben. Da ein Superheld keine Hilfe braucht, baute er sich kurze Zeit später einen Superheldensupermansohn.
Zu Beginn der Superheldensohnerziehung fiel es Superman natürlich leicht. Doch dann kam eine stärker als normal ausfallende Superheldenpupertät.

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Brandmalerei

Dem Künstler M.B. begegnete ich bereits im Atelier des VIA Zentrums AktionRaum. Seine feinlinigen Bilder sind detailreich und bilden für mich Bild-Wort-Collagen. Worte, Linien, Bilder erzählen Geschichten. Kürzlich schickte mir der Künstler eine Mail mit der Bitte, die von ihm angehängten Fotografien seiner Bilder auf dem Blog zu veröffentlichen. Wir freuen uns, die Werke hier präsentieren zu können.

M.B. selbst sagt: Das Bild ist auf Holz entstanden mit einer Art Lötbrenner. Dieses Motiv habe ich gespiegelt und dadurch ist etwas völlig Neues, eine Art Mosaik, entstanden.

Brandmalerei oder auch Pyrografie ist eine alte Gravurtechnik. Materialien wie Leder, Holz oder Kork wurden mittels dieser Technik verziert. Der Begriff Pyrografie bedeutet sinngemäß »Schrift mit Feuer« und stammt aus dem Altgriechischen. Aus dem Gravieren mit einer Wärmequelle ist eine Kunsttechnik entstanden.

©Bilder: M.B.

Zufriedenheit

Ich kann den Sommer langsam fühlen
Die Sonne spielt mit den Gefühlen
Pinsel fließen über´s Blatt
Leichte Linien, Farbe satt

Vergangenheit verlor´n im All
Neue Ideen überall
Mein Herz kann ich im Körper spüren
Gedanken kommen und verlieren

Ein neuer Mut in meinem Leben
Menschen, die mir Stärke geben
Beisammensein in neuem Licht
Schwarze Gedanken kommen nicht

Wie im Land des Glücks geboren
Sehen Augen, hören Ohren
Hoffnung leuchtet wieder auf
Zufriedenheit nimmt ihren Lauf

Wie´s weitergeht kann ich nicht wissen
Doch diese Zeit will ich nicht missen

Gwendrix

Das Zeichnen ist zum Sinn meines Lebens geworden…

trotz der Krankheit. Ich dachte nicht, dass meine Bilder so gut aussehen werden. Ich zeichne gern, es füllt den leeren Raum. Wenn ich male, vergehen die unangenehmen Gefühle. Ich möchte zeichnen bis ich 70 Jahre alt werde oder noch länger. Oder bis ich nicht mehr kann.    Hedwig Kopiasz

Die Künstlerin Hedwig Kopiasz entdeckte das Zeichnen vor 13 Jahren in der Kunsttherapie. Seither zeichnet sie ihre Bilder in dicke Spiralblöcke der Größe DIN A4. Später entstehen daraus großformatige Collagen. Manchmal werden diese Collagen anschließend von der Zeichnerin weiterbearbeitet.

Hedwig Kopiasz wurde in Oberschlesien in Polen geboren, wuchs dann aber in Bayern in einem Kinderheim auf. Als junge Frau heiratete sie und lebte einige Jahre in Alaska. Nach der Scheidung kam Frau Kopiasz zurück nach Deutschland und ging nach Berlin, wo sie jedoch vorerst obdachlos war.

Die hier ausgewählten Bilder zeigen Lebensstationen und -wege der Künstlerin. Zu jedem Bild berichtet Hedwig Kopiasz in wenigen Worten von ihren Erinnerungen und Eindrücken. Diese Geschichten sind unter den jeweiligen Bildern zu finden. Klicken Sie die Bilder einfach an und öffnen so die Galerien.

Hedwig Kopiasz ist seit 2005 im Projekt Britzer Damm 72 und seit dieser Zeit regelmäßig in der Kunsttherapie aktiv.

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