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Mein Kiez

Auf unserer ersten Kieztour haben wir den Bürgerpark in Pankow besucht. Hierher gelangt man mit der Straßenbahn M1 oder dem Bus 250 und springt an der Haltestelle »Bürgerpark Pankow« beinahe direkt ins Grüne. Gleich hier liegt der 12 Hektar große Park, indem man viele verschiedene Pflanzen und die ersten Blumen entdecken kann, die gerade den Frühling ankündigen.

Es gibt für alle etwas zu entdecken: Ob auf einem kleinen Spaziergang entlang der Panke oder beim Bestaunen der Kunst in Form vieler Skulpturen und Denkmäler, wie zum Beispiel das des tschechischen Bildhauers Zdeněk Němeček, welches zu Ehren seines Landsmanns, dem Schriftsteller und Widerstandskämpfer Julius Fučik geschaffen wurde. Im Park gibt es außerdem eine Freiluftgaststätte, ein Musikpavillon, ein Tiergehege sowie den Kinderbauernhof »Pinke Panke«.

Der Besuch lohnt sich allemal – Schaut vorbei!

»Am schönsten fand ich es in Gesellschaft zu sein. Alleine spazieren zu gehen macht nicht so viel Spaß!« (H. Zarei)

©Text/Fotos: H.Zarei /S.Konaretzki

Die Liebenden

©Gwendrix2021

Die Liebenden

Die Menschen fragen uns nach Normalität

Wir leben sie jeden Tag

Kein Versuch sie einzufangen

Kann uns aus dem Rhythmus bringen

·

Je lauter der Sturm

Desto leiser die Melodie

Niemand hört sie

Uns ist sie bekannt

·

Wir passen in kein Raster

Und fallen doch hindurch

Wir scheinen so weit entfernt

Und sind uns doch so nah

·

Je lauter der Sturm

Desto leiser die Melodie

Niemand hört sie

Uns ist sie bekannt

·

Mario Ysendyk ·Januar 2021

Stimmen hören

Stimmen hören

Wenn Köpfe übereinander reden
Man fragt sich wie das geht
Es beschreibt Stimmen hören
Damit man es jetzt versteht

Das Über-Ich
Steht über dem Ich
Suggeriert, redet, flüstert
Darum geht’s in diesem Gedicht

Manche sagen es hilft
Die meisten behaupten
Es würde stören
Soweit zum Thema Stimmen hören

Alexander Hahn

Wir gratulieren!

Im Februar 2020 nahmen Herr Hild, Frau Lisson und Herr Nguyen (Fedor) an einem Titelbild-Wettbewerb für die Fachzeitschrift »Psychiatrische Praxis« teil:

Wir alle sandten je ein Werk ein – und haben tatsächlich gewonnen! Ein kleines Preisgeld und vor allem: Die Veröffentlichung auf der Titelseite der Zeitschrift.

Im Folgenden sind die Bilder zu sehen – teilweise mit einer kurzen Beschreibung.

»Da es mir scheint, als würden viel zu wenige Leute malen, schreibe ich darüber, wie ich damit anfing. Bevor ich begann, war ich überzeugt, kein Interesse und wenig Talent mitzubringen. In einem geeigneten Raum testete ich mich dennoch aus. Es entstanden Bilder, die auch mich sehr beeindruckten. Außerdem bereitet mir das Malen viel Freude, und das Interesse entwickelte sich. Nun druckt man mein Lieblingsbild auf die Titelseite der Zeitschrift.

Mein Fazit: Malt erst ein paar Bilder, bevor ihr über euer Talent urteilt. Um loszulegen braucht man nur ein Blatt Papier und Stifte oder Pinsel und Farbe.«

»Gedankenwirbel« Acrylfarbe, A4, Herr Hild 2019

»Ich leide seit vielen Jahren unter Zwangsgedanken. Dieses Bild habe ich ohne große Planung begonnen. Heraus kam ein Abbild meines Gedankenkreisens. Man vertieft sich immer mehr in seine Gedankenwelt, wie in einem Strudel.«

Größenwahn

Corona-Massaker by Gwendrix

ICH habe das Saatgut nicht gesät.
ICH bringe es nur zum blühen.

… es gedeiht prächtig…

An den wenigen prächtigen Blüten, den Ausnahmen erfreue ICH mich.
Dieser Einfallsreichtum des ungewöhnlichen, dem wird gebührende Aufmerksamkeit geschenkt…
…welch armselige Helferlein, die mich vermehren – obwohl sie mich leugnen.

– So wenige es gibt
so hell erstrahlt ihr Licht –

In Kauf nehme ICH gerne die Auswüchse der Masse, also den Wissenden, den Anhängern der Forschenden.
Wie vertan ist ihre Mühsal, sie bemerkt nicht, wie sie von mir gelenkt wird…
…ergehen sich in ein Tal des Jammerns,
welch` Verantwortung sie tragen, dass sie, die Mediziner, bald über Leben und tot triagieren müssen…
…welch ein Trugschluss…

… ICH, und ICH allein entscheide über euer Schicksal…

ICH, die Krone der infektiösen organischen Strukturen ICH

Mario Ysendyk

Hoch und Tief

DSCF3790-Kopie1

Jahre um Jahre ziehen ins Land
Manchmal hast Du ’s in der Hand
Doch wenn sich Mauern vor Dir türmen
Kannst Du nicht mehr vorwärts stürmen

Dunkelheit versperrt die Sicht
Denkst ständig nur „Ich schaff´ das nicht“
Hilfe suchen fällt Dir schwer
Es sieht so aus als geht nichts mehr

Es kostet Kraft das Licht zu finden
Oft muss man dafür richtig schinden
Doch in Dir ist ’ne große Kraft
Die Helligkeit im Leben schafft

Ein jedes Tief geht mal vorbei
Die Seele fühlt sich wieder frei
Als Mensch kannst Du Dich wieder fühlen
Wie ein Kind das Leben spielen.

Gwendrix

Ausstellung

Eine Künstlerin, die Assistenzleistungen der VIA Perspektiven in Anspruch nimmt stellt derzeit ihre aktuellen Werke im Sozialamt Treptow-Köpenick aus:

»Endlich kann ich eine eigene Ausstellung machen.
Schon lange habe ich mich darauf gefreut.
Zu sehen derzeit im Amt für Soziales Treptow-Köpenick.
Weil es dort die Möglichkeit gibt, eigene Kunst zu zeigen und die Bilder in einem geschützten Raum aufhängen zu können, hat mich das Angebot interessiert.

Ausgestellt sind Malereien mit Kreiden, Bleistift, Kohle, Acryl- und Wasserfarben. Die Bilder zeigen etwas Sensibles, Bewegliches und Zerbrechliches. Edelsteine inspirieren mich und auch die Wirkung von den Grundfarben.

Die Kunstangebote im FreiRaum und der VIA Perspektiven haben mich unterstützt, neue Bilder zu beginnen.

Danke für die Helfer, die dies ermöglichen.«

Amt für Soziales Treptow-Köpenick
Hans-Schmidt-Straße 18, 12489 Berlin

Fühlsinn – Kurzlyrik

Fühlsinn

Hat Sinn
macht Sinn
Unsinn
Sinn hinter dem
was ich dachte sah fühlte
hoffte horchte
in den Händen der
Zeit
horchte hörig
wendet sich das Blatt

Nüsse auf der Fensterbank
hartschalig
weichkernig

Spinnennetz

Fadenträchtig
Die Spinne
baut ein Netz
feine Fäden komplexer Natur
Netzwerkarbeiterin

Worte

gesagt gesprochen
vergangen und vergeben
vergessen, was da war
Worte

Texte von Heliane Hagel
Foto: VIA Perspektiven

Baut die Burg ab

Um die Burg nun endlich abzubauen schrieb ich einen Artikel für den VIA Blog

Baut die Burg ab!

Das Thema mit der Burg geht mir nicht aus dem Kopf, obwohl ich nicht gekifft habe. Alles, was Burg ist, muss abgebaut werden. Dann leben wir unser eigentliches Leben ohne Krankheit und Tod. Wie ich auch schon in meinem Artikel im Blog über die Burg meinte, sind wir so frei und können auch mit der Burg ohne sie leben statt zu »gelden« und zu »toden«, aber meiner Meinung nach, ist es schon lange Zeit, sich von der Doppelkreuzritterburg zu trennen und im selbstverständlichen Paradies zu leben. Hinter der Burgwand (Häuserwand oder Straße) ist unser abgeschaltetes, eigentliches Leben. Und das mit dem Kapitalismus würde sich auch erledigen. Wir können auch in unserem eigentlichen Leben arm, obdachlos, krank und tot sein, ohne arm, obdachlos, krank und tot zu sein. Es gibt sogar den Kapitalismus, ohne dass es ihn gibt. Durch meine Freiheit lebe ich schon lange im eigentlichen Leben, obwohl alle schlafen. Wacht auf! Es lohnt sich geboren zu sein! Von dem eigentlichen Leben bekommt man nicht genug! Wir sind geboren um zu leben und nicht zu sterben, um reich zu sein und nicht um arm zu sein, ohne Geld zu leben und nicht mit Geld zu leben, gesund zu sein und nicht um krank zu sein, dafür ist das Leben zu wertvoll!

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Kurzlyrik

Mein Ort

Ich habe einen Ort

Der gehört nur mir
In ihm finde ich Antworten
Er ist licht und hell
Er weist mir den Weg

Ich brauche meinen Ort

An dem bin nur ich

Am Morgen

In den Tönen des Morgens
geht die Nacht dahin
Ein Abschied auf Raten
doch ist es einer

Mein Raum gehört mir
Meine Sehnsucht ist die
meine

Mein Schmerz am Verklingen
wer hätte das gedacht?

Texte von Heliane Hagel
Foto: K. Heider

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