Die Kulturlotsen waren zu Gast im Großen Sendesaal des rbb im »Haus des Rundfunks« in der Masurenallee. Wir besuchten ein Konzert mit klassischer Musik. Mit etwa 700 weiteren Gästen erlebten wir die Faszination der Tanzoper »Die Feenkönigin« des britischen Barockkomponisten Henry Purcell, basierend auf William Shakespeares »Sommernachtstraum«. Es spielte das Rundfunk Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Steffen Tast.
Sowohl die Musiker*innen als auch der Erzähler und Tänzer Andrew Greenwood bewegten sich frei zwischen Bühne und Publikum. Greenwood übernahm die Rolle von Puck, einem lustig-listigen Waldgeist. Das machte die Aufführung noch lebendiger und spannender. Das Publikum wurde mehrfach gebeten, sich mit der Musik mitzubewegen, was viele gerne und mit Begeisterung machten.
Gründung einer Arbeitsgruppe zur Erhebung der Klienten-Zufriedenheit
Im Oktober traf sich erstmals eine neu gegründete Arbeitsgruppe, um die Zufriedenheit der Klient*innen der VIA Perspektiven zu erfassen. Die Gruppe besteht aus Mitarbeitenden und Klient*innen, die gemeinsam an der Entwicklung und Durchführung einer Befragung arbeiten werden. Ziel ist es, wertvolle Rückmeldungen zu erhalten, um die Qualität der Assistenzleistungen weiter optimieren zu können.
Die neue Befragung knüpft an eine frühere Studie aus den Jahren 2019/20 an. Damals wurden Interviews mit zunächst acht Klient*innen geführt, in denen die Zufriedenheit mit der Wohnsituation oder mit den Angeboten der VIA Perspektiven erfragt wurden. Aus den Antworten wurde wiederrum ein Fragebogen entwickelt, der schließlich an alle Klient*innen verschickt wurde:
Die neue Befragung soll dabei helfen, den aktuellen Stand und eventuelle Veränderungen in der Zufriedenheit mit den VIA Perspektiven zu erfahren, als Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen.
Im September 2021 zog ich in eine Mietwohnung in einem privaten Zweifamilienhaus. Die Wohnung bestand aus zwei Zimmern, einer Toilette und einem kleinen Küchenbereich. Mein Vermieter war nur selten vor Ort. Im Dezember 2023 reiste ich für sieben Tage zu meinen Kindern, und auch mein Vermieter war in dieser Zeit nicht im Haus. Durch starken Frost kam es während unserer Abwesenheit zu einem Wasserrohrbruch, der in den Tagen ohne Kontrolle massiven Schaden anrichtete. Laut Versicherungs- und Baugutachten wurde das Haus als unbewohnbar eingestuft und gesperrt. Ich war plötzlich obdachlos!
Mein altes Zuhause – natürlich vor dem Wasserschaden
Für eine Weile konnte ich bei meinen Kindern unterkommen, doch mit drei Personen und einem Neugeborenen in zwei Zimmern war das auf Dauer nicht möglich. Seit 2017 leide ich an mittelschweren Depressionen und habe eine gesetzliche Betreuerin. Sie riet mir, bis zur Suche nach einer neuen Wohnung in ein Obdachlosenheim zu ziehen. Für mich, eine fast 60-jährige Frau, die unverschuldet in diese Situation geraten war, fühlte sich das entsetzlich an. Ich hatte Angst und fühlte mich völlig wertlos. Aber ich sah keine andere Möglichkeit. Die wenigen Möbel und persönlichen Gegenstände, die noch zu retten waren, wurden eingelagert, und ich schaute mir die ASOG Plus Einrichtung der VIA Perspektiven an.
»Leinen los!« hieß es bei bestem Wetter mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen – achtzig Teilnehmende der VIA Perspektiven begaben sich als Kulturlotsen zur Brückenfahrt auf Landwehrkanal und Spree.
Bei der dreieinhalbstündigen Tour gab es viel zu sehen und zu entdecken. Und dank der fachkundigen Begleitung an Bord wurde man über die humorvolle Moderation und Stadtbilderklärung immer wieder auf Dinge und Orte hingewiesen, die einem sonst vielleicht verborgen geblieben wären.
So gab es unter anderem Hinweise zur Architektur der Oberbaumbrücke sowie zu vielen anderen Brücken, die wir unterquerten – die übrigens so niedrig sind, dass alle Mitfahrenden aufgefordert waren, unbedingt sitzen zu bleiben. Wer wusste zum Beispiel auch schon vorher, dass Berlin mehr Brücken hat als Venedig…
Nun schmückt sich der Oktober wieder mit bunten Farben, was auch für uns ein Anlass war, um ein herbstliches Hof-Fest mit unseren Klient*innen zu feiern.
Bei live gespielter Musik der Elly-Band, gutem Essen und einer prall gefüllten Tomobola-Box war das Beisammensein entspannt und sehr unterhaltsam.
Mein Name ist Patrick Weinhold und ich lebe seit dem 3. Februar 2023 bei den VIA Perspektiven in der Obdachlosen-Einrichtung ASOG Plus.
Ich habe eine schwere Zeit hinter mir, war am Boden und wusste nicht, wie es für mich weitergehen würde. Zusätzlich zu meinen persönlichen Schwierigkeiten gab es auch in anderen Einrichtungen, in denen ich war, einige Konflikte und Ärger.
Dann bekam ich ein 1-Zimmer-Appartment bei den VIA Perspektiven. Zu Beginn war ich unsicher, doch ich habe mich schnell über mein Zimmer mit Dusche und Küche gefreut.
Die ersten sechs Monate waren anstrengend. Ich brauchte Zeit für mich, um anzukommen und die Ruhe zu finden, die ich dringend benötigte. Nach einiger Zeit ging es mir zunehmend besser. Diese Privatsphäre hat mir sehr geholfen, mich in der neuen Umgebung wohlzufühlen.
Am 17. Juli haben sich die Kulturlotsen der VIA Perspektiven das zweite Mal in diesem Jahr auf den Weg in den Zoologischen Garten gemacht, um mit Hilfe eines Tour-Guides zu einer kleinen tierischen Weltreise aufzubrechen.
Tour-Guide Jenna begrüßte die Teilnehmenden bei bestem Wetter und begann mit der gemeinsamen Entdeckungstour bei den Elefanten. Die im Zoo lebenden Elefanten stammen aus Asien. Im Plauderton erfuhren wir von Jenna manche Neuigkeit – zum Beispiel, dass Elefanten nur vier Zähne haben – dabei kann bei einem erwachsenen Elefanten ein Zahn allerdings durchaus bis 10 cm breit und gut 30 cm lang werden.
Weiter ging es nach Sibirien zu der kleinen Herde von Steinböcken, die aktuell aus 13 Tieren besteht. Hier lernten wir humorvoll etwas zum Unterschied von Hörnern – die Steinböcke haben – und einem Geweih, wie wir es von Hirschen kennen. Wenn es hier einmal Nachwuchs gibt, so hörten wir, wird dieser über internationale Zuchtprogramm entweder an andere Zoos weitergegeben – oder in der freien Natur ausgewildert.
Herr Zarei und ich machten uns mal wieder auf die Suche nach spannenden Orten. Heute wählten wir hierfür das Sowjetische Ehrendenkmal in der Schönholzer Heide in Pankow aus. Ich befragte ihn im Anschluss zu seinen Eindrücken:
Es würden dort viele Soldaten in Frieden begraben liegen. Man sähe viele Gräber und Tafeln mit russischer Innschrift. Es sei ein ruhiger Ort, an dem man gut seinen Gedanken folgen könne – die Vögel zwitschern, weil nun endlich Frühling sei! Jedoch wirke alles auch düster, bedrückend und traurig: »Scheiß Geister hier!«
Er würde den Ort deswegen nicht weiterempfehlen und erneut besichtigen. Nur um die Bäume zu besuchen, die hier in Reih und Glied gepflanzt wurden.
Anschließend genossen wir gemeinsam die Frühlings-Sonne!
Da einige unserer Klient*innen im Berliner Bezirk Schöneweide wohnen, liegt es selbstverständlich nahe, immer wieder etwas Zeit im schönen Volkspark Wuhlheide zu verbringen. Überwiegend im Sommer natürlich, zum Spazieren-gehen, zum Baden oder Grillen, Sport oder Tanzen… oder einfach nur um ganz entspannt abzuhängen.
Die Wuhlheide ist ein sehr weitläufiger Ort, eine echte Oase für Leib und Seele, und auf unseren Spaziergängen gibt es immer Vieles zu entdecken. Beispielsweise kann die Rinde von Bäumen aussehen wie ein modernes Gemälde.
Mitten im Park tauchen auf einmal die Gleise der Berliner Parkeisenbahn, auch Schmalspurbahn genannt, auf. Sie wurde 1955 als Pioniereisenbahn in Betrieb genommen und früher von Kindern und Jugendlichen betrieben.
In diesen Tagen ist es schön zu sehen, wie die Natur langsam und sanft ihr Winterkleid abstreift und überall kleine Blüten und zartes Grün zum Vorschein kommen. Die Wuhlheide ist ein wunderbarer Ort für anregende Gespräche und um einfach mal die Seele ein bisschen baumeln zu lassen.
Der Schlosspark Niederschönhausen in Pankow ist ein absoluter Insider-Tipp. Mit der Panke und dem Schloss Schönhausen präsentiert er sich als märchenhafter Fotospot mit Naturcharakter mitten in der Stadt. Unter den Anwohnenden ist der Park sehr beliebt. Alle kennen ihn und für viele ist er eine Anlaufstelle zur Erholung und Freizeitgestaltung. Er gilt nicht nur als Treffpunkt für junge Leute sondern auch als Zufluchtsort für Familien. Mit seinen Grünflächen, Liegewiesen und breiten Spazierwegen ist der Schlosspark weitläufig und facettenreich.
Die Besonderheiten des Schlossparks sind sowohl die Panke, die einmal komplett durch den Park fließt und anschließend in die Spree mündet, als auch das Barockschloss Schönhausen. Beide verleihen dem Park einen verträumten und romantischen Charakter.
Der Park ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Er strahlt je nach Saison eine unterschiedliche Atmosphäre aus und ermöglicht im Sommer gänzlich andere Fotos als beispielsweise im Herbst, wenn bunte Blätter an den Bäumen leuchten, oder im Winter, wenn die Panke mit Eis und die Wege mit Schnee bedeckt sind.
Die Fotomotive im Schlosspark Niederschönhausen spiegeln zur Abwechslung mal nicht die raue, sondern eine bunte und naturnahe Seite der Stadt wieder. Ein Spaziergang im Grünen sorgt für Entschleunigung im hektischen Stadtleben – der Park bietet Raum zum Erholen, Entdecken und Austoben.
»Unser Ausflug war an einem kalten Wintertag mit sehr viel Schnee. Ich mag Schnee. Doch am besten haben mir die großen, alten Bäume gefallen – die sind sicher über hunderte von Jahren alt!«(H. Zarei)