Am letzten Samstag setzte ich gemeinsam mit meinen Kolleg*innen aus der Wattstraße und der Dörpfeldstraße ein Zeichen beim jährlich stattfindenden Fest für Demokratie und Toleranz in Schöneweide. Mittlerweile ist es schon Tradition, dass wir uns mit einem Stand beteiligen. Man kennt sich und auch einige neue Kontakte wurden geknüpft. Das Wetter mit Wind und Regen war dieses Jahr nicht ganz auf unserer Seite. Das schreckte allerdings nicht die vielen Kinder ab, die dem Schwein keine Ruhe gönnten. Also ganz klar die Regel aufgestellt: Jedes Kind darf nur dreimal drehen! Sonst wäre unser Stand wohl schon nach einer Stunde leergefegt. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Und vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr.
Zu einer spannenden Reise durch Berliner Geschichten und die Geschichte Berlins erhielten die Kulturlotsen eine Führung durch die Ausstellung »Berlin Global«.
Gleich zu Beginn erwartete uns ein riesiges Wandbild, das in vier Bereichen die Eroberung und die Erschließung der Welt thematisiert. Angesprochen werden beispielhaft die Erforschung der Welt, das Zusammenspiel von Mensch und Natur, die Kolonialisierung von Völkern und Kulturen und die Idee, sich jetzt und in Zukunft mehr den Gemeinsamkeiten zu widmen, Unfreiheit zu beenden, Ketten zu sprengen, um eine lebendige Demokratie und Frieden zu schaffen.
über den diesjährigen Osterbrunch in der Schnellerstraße hatte ich im Vorfeld folgendes gehört:
Auf karger Tafel sollte bei dünnem Tee nur Wasser und Brot serviert werden. Statt Spiel und Spaß, kaltes Ambiente, trockene Brotrinde und schlechte Laune? Wer kann da von einem Osterbrunch sprechen? Bunte Ostereier oder gar ein gebackenes Osterlamm sollten Wunschträume bleiben?
Nachdem ich diese Infos erhalten habe, habe ich mich verwundert auf den Weg nach Oberschöneweide gemacht und fand mich plötzlich inmitten einer netten Atmosphäre, mit festlich geschmückter Tafel, vielen Leckereien und Gelächter wieder. Bei anschließender Spielerunde mit direktem Blick aufs Wasser, klang das Beisammensein gemütlich aus.
am Dienstag, den 8. April fand eine Protestkundgebung gegen eine rückwärtsgewandte Sozialpolitik statt. Auch wir waren vor Ort und zeigten Präsenz! Doch weshalb genau gingen wir auf die Straße?
Anlass ist eine innerhalb der Politik und auch durch die Senatsverwaltung für Soziales kundgegebene Kürzung der Gelder für psychosoziale Hilfen. Das klingt sehr abstrakt und meint genauer, dass infolge von Kürzungen Angebote wie Zuverdienste, Suchtberatungen oder auch offene Treffs von Kontakt- und Beratungsstellen, Schuldnerberatungen und unzählige weitere Hilfeeinrichtungen eingeschränkt werden. Um hier ein Zeichen zu setzen, trafen sich diverse Berliner Träger aus der Hilfslandschaft, darunter auch die VIA Perspektiven, um ein Zeichen dagegen zu setzen.
Diverse Redner*innen sprachen die kritischen Punkte der Politik an, woraufhin auch am Ende der Kundgebungen das »Goldene Mammut« zum Zeichen des Rückschritts der Senatsverwaltung verliehen wurde.
Besonders bereichernd und berührend waren die verschiedenen Peer-Berichte, die die Möglichkeiten und auch das soziale Netzwerk beispielsweise einer Kontakt- und Beratungsstelle, deutlich machten. Denn nicht nur die Beratung ist dabei hilfreich gewesen zu genesen, sondern auch der Raum mit anderen Kontakt und Austausch zu haben.
Wir hoffen daher, dass nicht nur das Mammut als Symbol wahrgenommen wurde, sondern auch die unzähligen Menschen, die für soziale Teilhabe und für soziale Räume eintraten und Sichtbarkeit zeigten.
Am 19. Februar 2025 war es soweit – die Kulturlotsen fanden sich im Museum für Naturkunde ein, um mit einer Führung auf eine gigantische Abenteuerreise durch die Natur zu gehen.
In der Eingangshalle des Museums begrüßten uns gleich mehrere Saurierskelette. Darunter auch das weltweit höchste aufgestellte Skelett eines Sauriers, »Giraffatitan brancai«. Diesen Namen verdankt er seinem giraffenähnlichen, langen und schlanken Hals. Es ist schon sehr beeindruckend, wie groß diese Tiere, die vor 150 Millionen Jahren lebten, waren.
Sehr beeindruckend war auch das Skelett vom »Tyrannosaurus Rex«, das aktuell im Museum zu bestaunen ist. Separat davon kann man noch einen Kopf von diesem Saurier bestaunen, der allein schon durch seine riesigen Zähne etwas martialisch aussieht.
Im Dezember waren die Kulturlotsen zu Gast im Friedrichstadt-Palast, dem größten Revuetheater Europas. Es ist schon sehr beeindruckend, im Theatersaal mit seinen über 2000 Plätzen zu sitzen. Und die dargebotene Young Show »Frida & Frida« war ein tolles Erlebnis! Die Geschichte, die auf der Bühne erzählt wurde, handelt vom Mädchen Frida.
Frida ist wie sie ist und tut, was sie will. Damit eckt sie zwar immer mal wieder an, aber das macht ihr rein gar nichts aus. Als sie plötzlich erkrankt und lange in eine Klinik muss, wird sie allerdings von ihren Klassenkameraden verspottet. Niemand besucht sie.
Die Kulturlotsen waren zu Gast im Großen Sendesaal des rbb im »Haus des Rundfunks« in der Masurenallee. Wir besuchten ein Konzert mit klassischer Musik. Mit etwa 700 weiteren Gästen erlebten wir die Faszination der Tanzoper »Die Feenkönigin« des britischen Barockkomponisten Henry Purcell, basierend auf William Shakespeares »Sommernachtstraum«. Es spielte das Rundfunk Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Steffen Tast.
Sowohl die Musiker*innen als auch der Erzähler und Tänzer Andrew Greenwood bewegten sich frei zwischen Bühne und Publikum. Greenwood übernahm die Rolle von Puck, einem lustig-listigen Waldgeist. Das machte die Aufführung noch lebendiger und spannender. Das Publikum wurde mehrfach gebeten, sich mit der Musik mitzubewegen, was viele gerne und mit Begeisterung machten.
Gründung einer Arbeitsgruppe zur Erhebung der Klienten-Zufriedenheit
Im Oktober traf sich erstmals eine neu gegründete Arbeitsgruppe, um die Zufriedenheit der Klient*innen der VIA Perspektiven zu erfassen. Die Gruppe besteht aus Mitarbeitenden und Klient*innen, die gemeinsam an der Entwicklung und Durchführung einer Befragung arbeiten werden. Ziel ist es, wertvolle Rückmeldungen zu erhalten, um die Qualität der Assistenzleistungen weiter optimieren zu können.
Die neue Befragung knüpft an eine frühere Studie aus den Jahren 2019/20 an. Damals wurden Interviews mit zunächst acht Klient*innen geführt, in denen die Zufriedenheit mit der Wohnsituation oder mit den Angeboten der VIA Perspektiven erfragt wurden. Aus den Antworten wurde wiederrum ein Fragebogen entwickelt, der schließlich an alle Klient*innen verschickt wurde:
Die neue Befragung soll dabei helfen, den aktuellen Stand und eventuelle Veränderungen in der Zufriedenheit mit den VIA Perspektiven zu erfahren, als Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen.
Im September 2021 zog ich in eine Mietwohnung in einem privaten Zweifamilienhaus. Die Wohnung bestand aus zwei Zimmern, einer Toilette und einem kleinen Küchenbereich. Mein Vermieter war nur selten vor Ort. Im Dezember 2023 reiste ich für sieben Tage zu meinen Kindern, und auch mein Vermieter war in dieser Zeit nicht im Haus. Durch starken Frost kam es während unserer Abwesenheit zu einem Wasserrohrbruch, der in den Tagen ohne Kontrolle massiven Schaden anrichtete. Laut Versicherungs- und Baugutachten wurde das Haus als unbewohnbar eingestuft und gesperrt. Ich war plötzlich obdachlos!
Mein altes Zuhause – natürlich vor dem Wasserschaden
Für eine Weile konnte ich bei meinen Kindern unterkommen, doch mit drei Personen und einem Neugeborenen in zwei Zimmern war das auf Dauer nicht möglich. Seit 2017 leide ich an mittelschweren Depressionen und habe eine gesetzliche Betreuerin. Sie riet mir, bis zur Suche nach einer neuen Wohnung in ein Obdachlosenheim zu ziehen. Für mich, eine fast 60-jährige Frau, die unverschuldet in diese Situation geraten war, fühlte sich das entsetzlich an. Ich hatte Angst und fühlte mich völlig wertlos. Aber ich sah keine andere Möglichkeit. Die wenigen Möbel und persönlichen Gegenstände, die noch zu retten waren, wurden eingelagert, und ich schaute mir die ASOG Plus Einrichtung der VIA Perspektiven an.
»Leinen los!« hieß es bei bestem Wetter mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen – achtzig Teilnehmende der VIA Perspektiven begaben sich als Kulturlotsen zur Brückenfahrt auf Landwehrkanal und Spree.
Bei der dreieinhalbstündigen Tour gab es viel zu sehen und zu entdecken. Und dank der fachkundigen Begleitung an Bord wurde man über die humorvolle Moderation und Stadtbilderklärung immer wieder auf Dinge und Orte hingewiesen, die einem sonst vielleicht verborgen geblieben wären.
So gab es unter anderem Hinweise zur Architektur der Oberbaumbrücke sowie zu vielen anderen Brücken, die wir unterquerten – die übrigens so niedrig sind, dass alle Mitfahrenden aufgefordert waren, unbedingt sitzen zu bleiben. Wer wusste zum Beispiel auch schon vorher, dass Berlin mehr Brücken hat als Venedig…