Kategorie: Selbstfürsorge (Seite 2 von 4)

Zufriedenheit

Ich kann den Sommer langsam fühlen
Die Sonne spielt mit den Gefühlen
Pinsel fließen über´s Blatt
Leichte Linien, Farbe satt

Vergangenheit verlor´n im All
Neue Ideen überall
Mein Herz kann ich im Körper spüren
Gedanken kommen und verlieren

Ein neuer Mut in meinem Leben
Menschen, die mir Stärke geben
Beisammensein in neuem Licht
Schwarze Gedanken kommen nicht

Wie im Land des Glücks geboren
Sehen Augen, hören Ohren
Hoffnung leuchtet wieder auf
Zufriedenheit nimmt ihren Lauf

Wie´s weitergeht kann ich nicht wissen
Doch diese Zeit will ich nicht missen

Gwendrix

Brief an den Bruder

Licht

++ Hinweis: Der Text behandelt traumatische Erfahrungen und kann triggern ++

Na Bruderherz,

weiß gar nicht was und wieso ich dir schreiben sollte…?
Aber ich mache es trotzdem.
Vielleicht geht es dir ja ein wenig schlecht, so wie es mir ständig geht.
Ich mach ja gerade ’ne Therapie, wegen meiner Ängste und so…weißt schon.
Mich quälen alte Erinnerungen.
Ich habe ständig und immer wieder die Sequenzen im Kopf, was du so alles mit mir angestellt hast.
Ich spule die Jahre zurück bis an die Punkte, in denen du mich gequält hast.
Nichts ist mir verloren gegangen…Danke.
Ich sehe den Müll aus zwei Perspektiven.
Einmal aus der Sicht von mir und dann als Zuschauer…besser gesagt, es springt, ganz schnell, so als würde es fast gleichzeitig sein.
Eine Rundum-Ansicht.
Die einzigen, die nicht wechseln sind meine Gefühle, Ängste, die Panik, der Ekel und das totale Entsetzen…die sind immer gleich, egal welche Perspektive.
Ich war klein soo süß und unschuldig.
Du warst, und bist es immer noch, 7 Jahre älter als ich….Du hattest die Macht auf mich aufzupassen und mich zu verteidigen.
Aber du musst dich entschieden haben mich zu zerstören…hast deine Macht genutzt, um zu quälen…sexuell-körperlich und seelisch.
Immer und immer wieder, bis du endlich ausgezogen bist….dann war Ruhe vor dir, aber trotzdem zu spät…ich war für mein Leben therapiert.
Ich kann es nicht verstehen, wie man so sein kann…ich…?…niemals
Für das gibt es keine Entschuldigung, egal was man selber erlebt hat.
Ein Gutes hat es jaaaa.
Das Gute in mir hast du nicht kaputt gemacht…ok das Gute ist schüchtern und ängstlich…aber es ist da und lebt.

©szilverling
©Foto: Lichtbildermacher


Das neue Jahr und meine Entscheidungen

Das neue Jahr ist jetzt schon wieder ein paar Wochen alt und die Feiertage scheinen weit weg. Für mich aber waren die Weihnachtszeit und das Silvesterfest im Jahr 2018 anders als sonst und deswegen irgendwie auch etwas Besonderes.

Durch den Kontaktabbruch zu meinem Vater und Bruder, habe ich das erste Mal ohne Familie gefeiert, dafür mit meinem Freund und meinen beiden Katzen.
Äußerlich verliefen die Tage ruhig, aber in meinem Innersten gingen die Gefühle und Gedanken zurück in meine Vergangenheit. Musiksendungen im Fernsehen brachten Erinnerungen hervor und die Nächte wurden unruhig.

Wie auf Knopfdruck kam dann eine starke Erschöpfung als das neue Jahr begonnen hatte. Vielleicht auch eine gewisse Erleichterung. Das Ende des Jahres 2018 war für mich wie eine Prüfung. Waren die Entscheidungen richtig, die ich getroffen habe?

Ja das waren und sind sie dem Ergebnis meiner Gedanken zufolge.
Seit zwei Wochen bin ich nun wieder auf der Suche nach Neuem. Mein Kopf scheint leergefegt und wartet jetzt darauf mit neuen Ideen gefüllt zu werden.
Aber trotz der scheinbaren Leere, bin ich optimistisch und positiv eingestellt.
Herr Schwarzenberger kommt seit dieser Woche auch wieder zu uns in das Atelier und die Freude ist groß.

Ich freue mich auf das was kommt.

gwendrix

Das Zeichnen ist zum Sinn meines Lebens geworden…

trotz der Krankheit. Ich dachte nicht, dass meine Bilder so gut aussehen werden. Ich zeichne gern, es füllt den leeren Raum. Wenn ich male, vergehen die unangenehmen Gefühle. Ich möchte zeichnen bis ich 70 Jahre alt werde oder noch länger. Oder bis ich nicht mehr kann.    Hedwig Kopiasz

Die Künstlerin Hedwig Kopiasz entdeckte das Zeichnen vor 13 Jahren in der Kunsttherapie. Seither zeichnet sie ihre Bilder in dicke Spiralblöcke der Größe DIN A4. Später entstehen daraus großformatige Collagen. Manchmal werden diese Collagen anschließend von der Zeichnerin weiterbearbeitet.

Hedwig Kopiasz wurde in Oberschlesien in Polen geboren, wuchs dann aber in Bayern in einem Kinderheim auf. Als junge Frau heiratete sie und lebte einige Jahre in Alaska. Nach der Scheidung kam Frau Kopiasz zurück nach Deutschland und ging nach Berlin, wo sie jedoch vorerst obdachlos war.

Die hier ausgewählten Bilder zeigen Lebensstationen und -wege der Künstlerin. Zu jedem Bild berichtet Hedwig Kopiasz in wenigen Worten von ihren Erinnerungen und Eindrücken. Diese Geschichten sind unter den jeweiligen Bildern zu finden. Klicken Sie die Bilder einfach an und öffnen so die Galerien.

Hedwig Kopiasz ist seit 2005 im Projekt Britzer Damm 72 und seit dieser Zeit regelmäßig in der Kunsttherapie aktiv.

Meine eigenen Wohnungen & Kreuz, Kreis und Ecke

Ich möchte nun zu meinen bisherigen Beiträgen einen aktuellen Nachtrag vorstellen – wie ich inzwischen über die Burg denke und wie ich in meiner eigenen Wohnung angekommen bin:

Immer wenn ich kiffe, wird das Thema »Doppelkreuzritterburg« sehr stark und intensiv. Das kommt mir natürlich sehr verdächtig vor und deswegen habe ich das Kiffen so gut wie es ging, gemieden. Ich hatte vor Jahren eine Suchttherapie im Therapieladen erfolgreich beendet und habe drei Jahre gar nicht gekifft, allerdings einen Rückfall gebaut und dann anderthalb Jahre wieder nichts genommen. Rückfälle hatte ich öfter und sogar die Therapie erneut beantragt. Ich mache aber die Therapie trotzdem nicht noch einmal, weil ich der Meinung bin, dass ich sie schon erfolgreich beendet habe und ja weiß, dass ich nicht mehr kiffen sollte und im Therapieladen gelernt habe, dass nicht gekifft wird.

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Kreuz, Kreis und Ecke

Ich leide unter einer paranoiden Schizophrenie und bekomme dagegen Resperidon. Das hat mich wieder so gut wie gesund gemacht. Es bleiben aber wohl immer Reste der Psychose. Meine Gedanken kann ich meistens mit niemandem teilen, möchte das aber gerne trotzdem probieren, vielleicht kann ja jemand nachvollziehen was ich denke.

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Sommer mit Krise

Seit meinem 15. Lebensjahr werde ich immer wieder von psychotischen Episoden »überrascht«.

Auch dieses Jahr im Sommer hat mich eine schwere Krise erwischt. Ein Auslöser war ein großes Problem mit meinem Vater und meinem Bruder. Auf der Suche nach einer Lösung habe ich mich immer mehr in Ängsten und Verzweiflung verloren. Ich wollte nicht wahrhaben, dass ich Hilfe brauche, so dass die Episode immer schlimmer wurde. Schließlich bin ich dann doch auf Anraten meines Freundes in die Krisenpension von »Pinel« gegangen. Trotzdem ließ sich ein Aufenthalt auf der geschlossenen Psychiatrie im Urban Krankenhaus nicht verhindern.

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Was erleben wir auf unserem Arbeitsweg, wenn wir unsere Wahrnehmungskanäle öffnen?

Arbeitsweg mit Musik

Ich kam heute früh wieder aus der Tür meines Hauses und erfreute meine Lunge mit der frischen Stadtluft. Die im Vergleich zur trockenen Heizungsluft meines Zimmers trotz der Kälte, wie eine Sommerbrise bei mir ankam. Dann machte ich mich auf den Dreiminutenweg von meiner Haustür zum S-Bahnhof. Vor der ersten Ecke hatte ich mir schon meine Sonykopfhörer über den Kopf gestülpt und damit meine Realitätswahrnehmung stark eingeschränkt, weil ich nur noch bassreiche Technomusik höre. Der Rest des Weges war für mich deswegen wie eine Halluzination, die an mir vorbeizieht bis zum Supermarkt am Südkreuz. Dort kaufte ich mir ein Getränk und nahm aus Höflichkeit der Kassiererin gegenüber, meine Kopfhörer kurz ab. Daraufhin ging ich wieder über den Bahnhof und dann zur Werkstatt.

Mein Arbeitsweg ohne Musik

Dass es sehr kalt war, fühlte ich schon als ich vor die Haustür trat. Ich nahm den Weg, von zu Hause zur S-Bahn als sehr kurz wahr, aber durch die 5°C wirkte er länger. Als ich bei der S-Bahn ankam, waren meine Hände schon kalt. Während der Fahrt in der S-Bahn, in der ich heute sogar von Anfang an einen Sitzplatz bekam, sah ich teils vertraute Gesichter. Auf dem Weg vom Südkreuz zur Arbeit fror ich nicht so sehr, da dieser kürzer war.

©Kevin Heider

Auf meinem Weg
von Milla Swann 

Wegabschnitt

Tippe di tipptipp
Geht’s die Treppe runter
Tipp schlürf tipp
Auf zum Fahrrad
wusch schlürf rassel klong
Tasche aufgeladen
Rad abschließen
Klapper Raschel
Und es geht nach Haus
Wohin will ich?
Noch einkaufen?
Keine Lust
Frisches Gemüse wäre gut
fahren fahren
Wo biege ich ab?
Den Weg oder den anderen,
ich könnt auch so rum fahren
Ach da lang
Die Strecke ist schön
wusch surr surr

von tetrapackkarton

Meine eigenen Wohnungen

Ich habe bis zu meinem 18. Lebensjahr bei meiner Mutter gewohnt. Meine Eltern haben sich getrennt und geschieden als ich sechs war. Ich habe mich für meine Mutter entschieden, weil ich mit ihr besser klarkam als mit meinem Vater. In der dritten Klasse bin ich mit ihr von Wedding nach Steglitz gezogen. Ich bin in Steglitz bis zur 8. Klasse auf die Realschule gegangen und habe danach ein Aufbaugymnasium bis zur 10. Klasse besucht. In der 11. Klasse bin ich auf mein »Traumgymnasium«, die Beethoven Schule in Lankwitz gegangen. Ich hatte meine erste Freundin kennengelernt und habe mit ihr angefangen zu kiffen. Ich bin nicht mehr regelmäßig zur Schule gegangen und habe mich immer vom Arzt krankschreiben lassen und bin in der Schule nicht mehr am Ball geblieben. Ich habe es nur bis zur 12. Klasse geschafft und hatte dann nicht mehr genug Punkte für das Abitur.

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Anagramm der Ahnungslosigkeit

Zu sehen ist ein Bild, welches mi ´t Adobe Photoshop erstellt wurde. Auf schwarzem Hintergrund wirbeln sich rote und weiße Linien. Es sieht aus wie Gekritzelt, ein Chaos aus diesen drei Farben, schwarz, weiß, rot.

Auf der Zinne stehe ich und frage mich:
Warum nur ich?
Warum es alles mir passiert, warum es alles hier passiert.
Mich friert es schon bei dem Gedanken
An die imaginären Schranken
Unserer aller Wahrnehmung
Und ebendrum sitz ich nun hier
Und ritze, kritzle aufs Papier.
Freue mich des Lebens Wendung
Mein Bewusstsein voll auf Sendung,
eine Endung seh ich nicht.
Gen End des Tunnels noch kein Licht
Und denke deshalb umso mehr,
wenn’s Leben doch nur einfach wär,
so würd ich meine Chance erkennen;
den einzgen Weg könnt ich benennen
und laufen immer gradeaus
ganz grade aus der Qual hinaus,
hinaus, hinaus ins Unbekannte
unterwegs in neue Lande
Auf der Suche nach dem Pfad,
fernab vom ewig drehenden Rad
und Rat, der Gute, wär doch teuer
wie so manches alt’s Gemäuer
ungeheuer lang nun schon,
warte ich und voller Hohn
lacht mir mein Schicksal ins Gesicht
zerbricht die liebgewonnene Pflicht,
erlischt mein letzter Funke Glaube
und mein Körper liegt im Staube
Doch ich glaube, hoffe weiter
Kletter auf der Lebensleiter
Ohn zu fragen einfach sehend
Einen neuen Tag erflehend,
der mir vielleicht die Lösung bringt,
an dem die Welt neu für mich singt,
an dem die Liebe mir neu lacht,
Tag für Tag
Und
Nacht für Nacht.

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