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Das Zeichnen ist zum Sinn meines Lebens geworden…

trotz der Krankheit. Ich dachte nicht, dass meine Bilder so gut aussehen werden. Ich zeichne gern, es füllt den leeren Raum. Wenn ich male, vergehen die unangenehmen Gefühle. Ich möchte zeichnen bis ich 70 Jahre alt werde oder noch länger. Oder bis ich nicht mehr kann.    Hedwig Kopiasz

Die Künstlerin Hedwig Kopiasz entdeckte das Zeichnen vor 13 Jahren in der Kunsttherapie. Seither zeichnet sie ihre Bilder in dicke Spiralblöcke der Größe DIN A4. Später entstehen daraus großformatige Collagen. Manchmal werden diese Collagen anschließend von der Zeichnerin weiterbearbeitet.

Hedwig Kopiasz wurde in Oberschlesien in Polen geboren, wuchs dann aber in Bayern in einem Kinderheim auf. Als junge Frau heiratete sie und lebte einige Jahre in Alaska. Nach der Scheidung kam Frau Kopiasz zurück nach Deutschland und ging nach Berlin, wo sie jedoch vorerst obdachlos war.

Die hier ausgewählten Bilder zeigen Lebensstationen und -wege der Künstlerin. Zu jedem Bild berichtet Hedwig Kopiasz in wenigen Worten von ihren Erinnerungen und Eindrücken. Diese Geschichten sind unter den jeweiligen Bildern zu finden. Klicken Sie die Bilder einfach an und öffnen so die Galerien.

Hedwig Kopiasz ist seit 2005 im Projekt Britzer Damm 72 und seit dieser Zeit regelmäßig in der Kunsttherapie aktiv.

Meine eigenen Wohnungen & Kreuz, Kreis und Ecke

Ich möchte nun zu meinen bisherigen Beiträgen einen aktuellen Nachtrag vorstellen – wie ich inzwischen über die Burg denke und wie ich in meiner eigenen Wohnung angekommen bin:

Immer wenn ich kiffe, wird das Thema »Doppelkreuzritterburg« sehr stark und intensiv. Das kommt mir natürlich sehr verdächtig vor und deswegen habe ich das Kiffen so gut wie es ging, gemieden. Ich hatte vor Jahren eine Suchttherapie im Therapieladen erfolgreich beendet und habe drei Jahre gar nicht gekifft, allerdings einen Rückfall gebaut und dann anderthalb Jahre wieder nichts genommen. Rückfälle hatte ich öfter und sogar die Therapie erneut beantragt. Ich mache aber die Therapie trotzdem nicht noch einmal, weil ich der Meinung bin, dass ich sie schon erfolgreich beendet habe und ja weiß, dass ich nicht mehr kiffen sollte und im Therapieladen gelernt habe, dass nicht gekifft wird.

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Erinnerung an Monika Schmook

Frau Schmook lebte in der Zeit von 2001 bis 2012 in einer therapeutischen Wohngemeinschaft der VIA Perspektiven, im Britzer Damm 72, in Berlin Neukölln. Sie kam dahin, weil sie das Kunstatelier nutzen und im Kontakt mit anderen Menschen sein wollte. Dabei bestand sie, wo es aus ihrer Sicht nur möglich war, auf Selbstständigkeit. Die Betreuenden vor Ort und ihre rechtliche Betreuerin duldete sie, sofern sie sich in ihren Freiheiten nicht gestört fühlte. Die Mitarbeitenden vom Sozialpsychiatrischen Dienst und dem Fall-Management hingegen, akzeptierte sie nicht, was nicht selten bei deren Besuch mit dem Bewurf von nassen Lappen endete. Ihre Medikamente setzte Frau Schmook unauffällig ab und kam ohne sie gut zurecht. Ihre Stabilität hatte sie ihrer Selbstdisziplin zu verdanken.

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Kreuz, Kreis und Ecke

Ich leide unter einer paranoiden Schizophrenie und bekomme dagegen Resperidon. Das hat mich wieder so gut wie gesund gemacht. Es bleiben aber wohl immer Reste der Psychose. Meine Gedanken kann ich meistens mit niemandem teilen, möchte das aber gerne trotzdem probieren, vielleicht kann ja jemand nachvollziehen was ich denke.

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Sommer mit Krise

Seit meinem 15. Lebensjahr werde ich immer wieder von psychotischen Episoden »überrascht«.

Auch dieses Jahr im Sommer hat mich eine schwere Krise erwischt. Ein Auslöser war ein großes Problem mit meinem Vater und meinem Bruder. Auf der Suche nach einer Lösung habe ich mich immer mehr in Ängsten und Verzweiflung verloren. Ich wollte nicht wahrhaben, dass ich Hilfe brauche, so dass die Episode immer schlimmer wurde. Schließlich bin ich dann doch auf Anraten meines Freundes in die Krisenpension von »Pinel« gegangen. Trotzdem ließ sich ein Aufenthalt auf der geschlossenen Psychiatrie im Urban Krankenhaus nicht verhindern.

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Resonanzerfahrung II

17:00 Uhr – Vortrag 2. Durchlauf.

Inzwischen dämmert es draußen und das Licht bricht nun bläulich von außen durch die großen Fenster. Ein Teil der Anleiter ist im Gang unterwegs, manche kamen erst verspätet an und hören sich den Vortrag nun an. Bekannte Leute, ehemalige Praktikanten, Fremde, Klienten sitzen, lauschen, laufen, trinken.

Ein Besucher streift durch den Gang und merkt die großen Fenster und Räume an. »Ist bestimmt schön hier – das Licht!«, »Ist bestimmt hell hier, nicht wahr?«

Ich, einen Blick in den Hof und die Dämmerung werfend »Ja – das ist hier sehr freundlich.«

Mitklient: »Ah, du schreibst hier alles auf«. »Was denn eigentlich?«
Ich: »Gedanken, Beobachtungen, was mir gerade so auffällt.«
Mitklient: »Ah, das ist toll – das ist gut. Das sollte ich auch so machen. Einfach mal so festhalten.«
lacht – »Das ist gut, das merke ich mir – fürs nächste Mal.«
Während ich das hier aufschreibe, ist er auch schon weggegangen. Was ich erst danach merkte.

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Was erleben wir auf unserem Arbeitsweg, wenn wir unsere Wahrnehmungskanäle öffnen?

Arbeitsweg mit Musik

Ich kam heute früh wieder aus der Tür meines Hauses und erfreute meine Lunge mit der frischen Stadtluft. Die im Vergleich zur trockenen Heizungsluft meines Zimmers trotz der Kälte, wie eine Sommerbrise bei mir ankam. Dann machte ich mich auf den Dreiminutenweg von meiner Haustür zum S-Bahnhof. Vor der ersten Ecke hatte ich mir schon meine Sonykopfhörer über den Kopf gestülpt und damit meine Realitätswahrnehmung stark eingeschränkt, weil ich nur noch bassreiche Technomusik höre. Der Rest des Weges war für mich deswegen wie eine Halluzination, die an mir vorbeizieht bis zum Supermarkt am Südkreuz. Dort kaufte ich mir ein Getränk und nahm aus Höflichkeit der Kassiererin gegenüber, meine Kopfhörer kurz ab. Daraufhin ging ich wieder über den Bahnhof und dann zur Werkstatt.

Mein Arbeitsweg ohne Musik

Dass es sehr kalt war, fühlte ich schon als ich vor die Haustür trat. Ich nahm den Weg, von zu Hause zur S-Bahn als sehr kurz wahr, aber durch die 5°C wirkte er länger. Als ich bei der S-Bahn ankam, waren meine Hände schon kalt. Während der Fahrt in der S-Bahn, in der ich heute sogar von Anfang an einen Sitzplatz bekam, sah ich teils vertraute Gesichter. Auf dem Weg vom Südkreuz zur Arbeit fror ich nicht so sehr, da dieser kürzer war.

©Kevin Heider

Auf meinem Weg
von Milla Swann 

Wegabschnitt

Tippe di tipptipp
Geht’s die Treppe runter
Tipp schlürf tipp
Auf zum Fahrrad
wusch schlürf rassel klong
Tasche aufgeladen
Rad abschließen
Klapper Raschel
Und es geht nach Haus
Wohin will ich?
Noch einkaufen?
Keine Lust
Frisches Gemüse wäre gut
fahren fahren
Wo biege ich ab?
Den Weg oder den anderen,
ich könnt auch so rum fahren
Ach da lang
Die Strecke ist schön
wusch surr surr

von tetrapackkarton

Ein Künstler auf der Suche

»Ich zeichne aus Liebe und dem Bedürfnis, eine Botschaft zu vermitteln. Ich bin auf der Suche nach etwas, was ich noch nicht weiß, was es ist.«  – Ahmet Kirca

Ahmet Kirca hat bereits über 100 Bilder gezeichnet, die meisten davon malte er in seinem Zimmer. Auf Leinwand oder Papier malt der Künstler Menschen und Begebenheiten, die er erlebt oder miterlebt hat. Andere Motive wiederum entstanden aus seiner Fantasie, aus einem Gefühl heraus, berichtet er.

Die Jungs auf der Strasse bei der Mahlzeit ©Kirca

Malen gehört zu mir dazu, Malen ist Liebe, Glück und Freude, sagt Ahmet Kirca. Wenn er malt, fühlt er sich gut und der Künstler ist stolz, wenn nach einem langen Entstehungsprozess ein Bild gelungen und fertig geworden ist.

Ahmet Kirca wurde am 29. Mai 1964 in Bafra, in der Türkei geboren. Seit 1974 lebt er in Deutschland und ist bereits seit 2009 im Projekt Britzer Damm 72.

Resonanzerfahrung I

Impressionen der Resonanzerfahrung – zur Ausstellung am 18.10.2018

Zur Orientierung mag noch erklärt werden, dass ich die Zeit der Ausstellung mittendrin mit einem Klemmbrett, Papier und Stift verbrachte und das Folgende im Verlauf darnieder schrieb. Herrn Sternbecks Neugierde
»Was machen Sie jetzt?«, ich: »Stimmungen einfangen «
»find ich gut «
Herr Sternbeck zufrieden lächelnd, gehend

Unbekannter Herr:
Erzählt (auf Nachfrage): Er sei grad angekommen, war eben im Maschinenraum.
Dann Herr Sternbeck aus dem Schleifraum kommend
»Wollen Sie gleich hier rein, der Gegensatz – ist beeindruckend – wie es sich anhört!«
Unbekannter Herr geht in den Schleifraum.

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